Der auf Ethereum (ETH) spezialisierte Treasury-Konzern BitMine Immersion Technologies (BMNR) hat seine Käufe der zweitgrößten Kryptowährung in der vergangenen Woche fortgesetzt und zugleich sein Aktienrückkaufprogramm ausgeweitet.
Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, wurden innerhalb der vergangenen sieben Tage weitere 10.452 ETH erworben. Damit setzt BitMine seine seit Juni 2025 anhaltende Kaufserie fort. Der Gesamtbestand erhöhte sich auf 6,051 Millionen ETH mit einem Gegenwert von 14,01 Milliarden US-Dollar zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Das entspricht 4,95 Prozent der insgesamt 122,2 Millionen im Umlauf befindlichen Ether.
Damit fehlen BitMine nur noch rund 0,05 Prozentpunkte, um das selbst gesteckte Ziel eines Anteils von fünf Prozent am gesamten Ethereum-Angebot zu erreichen. Bei dem Kauftempo des vergangenen Monats könnte diese Schwelle in etwa fünf bis sechs Wochen erreicht werden. Nach Angaben des Unternehmens sollen die ETH-Käufe eingestellt werden, sobald die Fünf-Prozent-Marke erreicht ist.
Zusätzlich hat BitMine in der vergangenen Woche rund 162.000 ETH aus seinen Beständen für das Staking hinterlegt. Insgesamt sind damit 5,227 Millionen ETH im Staking gebunden. Die daraus auf Jahresbasis hochgerechneten Einnahmen belaufen sich inzwischen auf 318 Millionen US-Dollar.
Darüber hinaus kaufte das in Las Vegas ansässige Unternehmen im Berichtszeitraum 2,04 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 22,48 US-Dollar zurück. Seit Jahresbeginn 2026 summieren sich die Aktienrückkäufe damit auf 22,9 Millionen Papiere mit einem Gesamtwert von 399,6 Millionen US-Dollar.
Die erneuten Käufe erfolgen in einer Phase, in der sowohl Kryptowährungen als auch Aktien unter Druck stehen. BitMine-Verwaltungsratschef Thomas Lee führt die jüngsten Kursverluste am Kryptomarkt auf dieselbe zunehmende Risikoaversion zurück, die auch den Ausverkauf bei KI-bezogenen Aktien ausgelöst hat.
„Im Gegensatz zu Ende 2025 und Anfang 2026 fielen die jüngsten Rücksetzer am Kryptomarkt vergleichsweise moderat aus. Ethereum hat gegenüber seinem jüngsten Höchststand 13 Prozent verloren, während amerikanische Halbleiteraktien, gemessen am SOXX, im selben Zeitraum um 20 Prozent nachgegeben haben“, erklärte Lee. „Wir sehen darin einen weiteren Beleg dafür, dass sich der Kryptomarkt weiterhin in einem Bullenmarkt befindet.“
Allerdings teilen nicht alle institutionellen Investoren diese Einschätzung.
Die in den USA gelisteten Ethereum-Spot-ETFs verzeichneten nach Daten von SoSoValue bereits die vierte Woche in Folge Nettoabflüsse. Insgesamt zogen Anleger 220,61 Millionen US-Dollar aus den Fonds ab.
Auch Arthur Hayes, Mitgründer der inzwischen nicht mehr aktiven Kryptobörse BitMEX, reduzierte seine Positionen. Nach Daten des Blockchain-Analysedienstes Lookonchain verkaufte er am Wochenende mehrere Altcoins, darunter rund 6.400 ETH.

Nach Angaben von Coinglass wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden Ethereum-Positionen im Wert von 47,85 Millionen US-Dollar liquidiert. Der Großteil entfiel mit rund 35 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen, mit denen Händler auf steigende Kurse gesetzt hatten.
Charttechnisch hat sich die Lage für Ethereum am Wochenende weiter verschlechtert. Der Kurs schloss sowohl unterhalb der exponentiellen 100-Tage-Linie (EMA) als auch unter der horizontalen Unterstützung bei 2.355 US-Dollar. Damit ging eine wichtige Auffangzone verloren, die sich in den vergangenen beiden Wochen mehrfach als stabil erwiesen hatte.
Sollte Ethereum nun auch unterhalb der exponentiellen 200-Tage-Linie schließen, würde der Kurs unter sämtlichen vier wichtigen gleitenden Durchschnitten liegen.
ETH/USDT-Tageschart (Binance)
Auf der Unterseite befinden sich die nächsten Unterstützungen bei 2.256, 2.096 und 1.971 US-Dollar. Für eine Erholung müsste Ethereum dagegen zunächst den Widerstand bei 2.355 US-Dollar zurückerobern. Darüber warten die exponentiellen gleitenden Durchschnitte der vergangenen 100, 20 und 50 Tage als weitere Hürden.
Die Momentumindikatoren unterstreichen die angeschlagene technische Verfassung. Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf 14-Tage-Basis liegt bei 33 Punkten, während der Stochastik-Oszillator einen Wert von 13 erreicht. Beide Indikatoren bewegen sich damit nahe dem überverkauften Bereich. Das deutet auf eine bereits weit fortgeschrittene Abwärtsbewegung hin, liefert bislang aber noch kein eindeutiges Signal für eine nachhaltige Trendwende.