Bitcoin (BTC) zeigte am Mittwoch erste Anzeichen einer Erholung. Am Derivatemarkt nahm die Aktivität wieder zu, was auf eine steigende Risikobereitschaft der Händler hindeutet. Allerdings wächst zwischen 86.500 und 87.500 US-Dollar das Risiko erneuter Verkäufe. In diesem Bereich könnten größere Verkaufsaufträge und gebündelte Liquidationspositionen einen weiteren Kursanstieg ausbremsen.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Marktbericht erklärte die Kryptobörse Bitfinex, dass Bitcoin die untere Begrenzung seiner Handelsspanne trotz wiederholter Versuche der Verkäufer verteidigen konnte. Vor allem zwischen 81.724 und 83.470 US-Dollar griffen Anleger bei Kursrückgängen zu und sorgten damit für Unterstützung.
Das offene Interesse an Bitcoin-Futures, das sogenannte Open Interest, stieg an den großen Handelsplätzen bis zum 20. Oktober um 4,2 Prozent auf 645.410 BTC gegenüber dem Tief vom 12. Oktober. Der Anstieg deutet darauf hin, dass Händler im Zuge der Kurserholung wieder verstärkt Positionen aufbauen. Gleichzeitig normalisierten sich die Finanzierungsraten während der umsatzstärksten Handelssitzungen auf annualisierte Werte zwischen sieben und neun Prozent. Das spricht für eine moderate Bevorzugung gehebelter Kaufpositionen.
Auch der Optionsmarkt deutet auf eine kurzfristig begrenzte Handelsspanne hin. Nach Angaben von Bitfinex beläuft sich das nominale offene Interesse der am Freitag auslaufenden Optionen auf 1,23 Milliarden US-Dollar. Der sogenannte Max-Pain-Kurs, bei dem die meisten Optionen für ihre Käufer wertlos verfallen würden, liegt bei rund 82.000 US-Dollar.
Deutlich größer fällt das Volumen beim monatlichen Optionsverfall am 30. Oktober aus. Hier beträgt das nominale offene Interesse 11,2 Milliarden US-Dollar. Die aus den Optionspreisen abgeleitete Handelsspanne innerhalb einer Standardabweichung reicht von 78.300 bis 87.100 US-Dollar.

Bild: Offenes Interesse an Deribit-Optionen nach Ausübungspreis für den Verfall am 30. Oktober | Quelle: Deribit Metrics
Während sich die Lage am Derivatemarkt allmählich verbessert, hat das Blockchain-Analyseunternehmen Glassnode größere Verkaufsaufträge zwischen 86.500 und 87.500 US-Dollar identifiziert. Hinzu kommen Ansammlungen potenzieller Liquidationen im Bereich von 85.000 und 87.000 US-Dollar.
„Ein Anstieg in Richtung 87.000 US-Dollar könnte an Tempo gewinnen, wenn Short-Positionen zwangsweise geschlossen werden. Gleichzeitig würde der Kurs dort jedoch auf die Verkaufsaufträge im Orderbuch treffen“, erklärte Glassnode in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Bild: Verlagerung der Liquidationscluster über den aktuellen Kurs | Quelle: Glassnode
Zugleich beobachtet Glassnode einen nachlassenden Verkaufsdruck durch Anleger, die bereits Gewinne erzielt haben. Die realisierten Gewinne liegen inzwischen nur noch bei etwa der Hälfte des Niveaus, das in der Woche des Markthochs im September erreicht worden war.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei Anlegern, die ihre Bitcoin vor ein bis zwei Jahren gekauft haben. Ihre täglichen Verkäufe sind auf weniger als ein Drittel des Anfang Oktober verzeichneten Umfangs zurückgegangen.
„Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 86.700 US-Dollar würde Anleger, die vor sechs bis zwölf Monaten gekauft haben, im Durchschnitt wieder in die Gewinnzone bringen und zugleich die nächstgelegene Angebotszone oberhalb des aktuellen Kurses überwinden“, erklärte das Unternehmen.

Bild: Bitcoin notiert weiterhin unter den Kaufkursen der jüngsten Anlegergruppen | Quelle: Glassnode
Unterdessen verzeichneten die in den USA gehandelten Bitcoin-Spot-ETFs am Montag wieder deutliche Kapitalzuflüsse. Insgesamt flossen den Fonds netto 526 Millionen US-Dollar zu. Das war der höchste Tageswert seit dem 22. September. Durch die Zuflüsse drehte auch die Wochenbilanz wieder ins Plus, obwohl das Handelsvolumen der ETFs weiterhin verhalten blieb.
„Wiederholen sich solche Zuflüsse bei gleichzeitig steigendem Handelsvolumen, wäre das ein Hinweis darauf, dass sich die Nachfrage über einen einzelnen Handelstag hinaus verbreitert“, ergänzte Glassnode.
Der Bericht verweist außerdem auf eine bevorstehende Entscheidung des Indexanbieters MSCI. Am 11. November soll die endgültige Liste jener Unternehmen veröffentlicht werden, die von neuen Indexregeln für Gesellschaften ohne operatives Kerngeschäft betroffen sind.
Zu den bereits in einer vorläufigen Prüfung genannten Unternehmen gehört Strategy. Sollte der Konzern aus entsprechenden MSCI-Indizes ausgeschlossen werden, könnten Fonds, die diese Indizes nachbilden, gezwungen sein, ihre Strategy-Aktien zu verkaufen.
Für Strategy ist dieses Risiko nicht neu. Bereits im Oktober 2025 hatte MSCI vorgeschlagen, Unternehmen aus seinen Indizes auszuschließen, bei denen digitale Vermögenswerte mindestens 50 Prozent der gesamten Aktiva ausmachen. Damit wäre auch Strategy von einem Ausschluss bedroht gewesen. Im Januar rückte der Indexanbieter jedoch zunächst von einer sofortigen Umsetzung ab.