Ethena (ENA) legt am Dienstag um 7 Prozent zu, nachdem das Unternehmen mit Ethena Pay eine selbstverwaltete mobile Anwendung gestartet hat, die Dollar-Sparen, weltweite Überweisungen und Kartenzahlungen miteinander verbindet.
Ethena Pay basiert ausschließlich auf Avalanche und ermöglicht es Nutzern, Guthaben in USDe, dem synthetischen Dollar von Ethena, zu halten. Gleichzeitig lassen sich über eine einzige Anwendung Sparprämien und Zahlungsdienste nutzen, wie aus einer Mitteilung vom Dienstag hervorgeht.
Die Plattform bietet auf Dollar-Guthaben eine Sparrendite von bis zu 6 Prozent, wobei die Erträge täglich gutgeschrieben werden. Hinzu kommt ein Cashback von bis zu 5 Prozent auf berechtigte Kartenzahlungen. Nach Angaben von Ethena werden die Cashback-Prämien in AVAX ausgezahlt.
Nutzer erhalten außerdem Zugang zu grenzüberschreitenden Geldtransfers, Sparkonten in mehreren Währungen sowie Möglichkeiten zum Einzahlen von Fiatgeld. Unterstützt werden US-Dollar, britisches Pfund und Euro sowie verschiedene lokale Währungen. Die Anwendung verbindet zudem über Bankpartner bereitgestellte Fiat-IBANs mit selbstverwalteten Stablecoin-Wallets.
Ethena hat darüber hinaus eine Funktion namens „Jetzt kaufen, niemals zahlen“ eingeführt. Dabei sollen die mit dem Guthaben erzielten Erträge dazu beitragen, alltägliche Ausgaben auszugleichen. Verfügbarkeit und Funktionsweise können allerdings vom jeweiligen Land und der Kontostufe des Nutzers abhängen.
Ethena Pay ist als nicht verwahrender Dienst konzipiert. Nutzer behalten damit selbst die Kontrolle über ihre digitalen Vermögenswerte, anstatt diese direkt bei Ethena zu hinterlegen. Der Zugang zur Wallet wird über Passkeys und biometrische Authentifizierung abgesichert. Digitale Vermögenswerte können zudem auf externe Wallets übertragen oder Gelder über unterstützte Bankverbindungen transferiert werden.
Ethena betonte, weder als Bank aufzutreten noch Kundengelder zu verwahren oder Kredite zu vergeben. Die Fiat-IBAN-Dienste werden stattdessen über lizenzierte Bankpartner bereitgestellt. Die selbstverwaltete Wallet-Infrastruktur ermöglicht es den Nutzern zugleich, die Kontrolle über die unterstützten digitalen Vermögenswerte zu behalten.
Avalanche dient als alleinige Abwicklungsebene für die Zahlungsinfrastruktur von Ethena Pay. Die Blockchain übernimmt innerhalb der Anwendung die technische Grundlage für Überweisungen, Zahlungen und deren Abwicklung.
Der Zugang zu Ethena Pay ist zunächst auf 400 Nutzer im Rahmen eines frühen Zugangs in den unterstützten Regionen begrenzt. Ethena will den Nutzerkreis im Laufe des Septembers wöchentlich erweitern und die Anwendung schrittweise ausrollen.
Der Dienst steht derzeit iOS-Nutzern in 48 Ländern zur Verfügung, wobei sich das konkrete Produktangebot je nach Rechtsraum unterscheidet. Nutzer in bislang nicht unterstützten Regionen können sich auf eine Warteliste setzen lassen und erhalten Zugang, sobald der Dienst in ihrem Markt verfügbar wird.
Ethena wies außerdem darauf hin, dass die Spend Card für Personen aus den USA nicht verfügbar ist. Hintergrund sind regulatorische und länderspezifische Beschränkungen für das Produkt.
Die Ankündigung folgt auf eine Reihe von Maßnahmen, die die Ethena Foundation zuvor vorgestellt hatte, um Bedenken hinsichtlich eines möglichen Verkaufsdrucks durch frühe Investoren zu begegnen.
Die Ethena Foundation erklärte, gesperrte ENA-Token von bestimmten großen Seed-Investoren zurückgekauft und zugleich den Zeitplan für die Freigabe der verbleibenden Investorentoken beschleunigt zu haben.
Darüber hinaus legte die Stiftung einen Governance-Vorschlag vor, der an das Token-Angebot gekoppelte Schwellenwerte vorsieht. Diese sollen bestimmen, welcher Anteil der Protokolleinnahmen für Rückkäufe von ENA verwendet wird.
ENA notiert nach der Ankündigung bei 0,161 Dollar und liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf 24-Stunden-Sicht 6,7 Prozent im Plus. Gemeinsam mit dem breiteren Kryptomarkt hat der Token in den vergangenen zwei Wochen deutlich zugelegt. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich das Plus inzwischen auf 83,7 Prozent.