Rekord bei Krypto-Hacks: Schon 1 Milliarde Dollar in nur sechs Monaten gestohlen

Quelle Fxstreet

Die Zahl der Angriffe auf Krypto-Projekte hat im ersten Halbjahr 2026 einen Rekord erreicht. Insgesamt wurden 212 Sicherheitsvorfälle bestätigt, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Sicherheitsunternehmens Blockaid hervorgeht.

KelpDAO und Drift verursachen mehr als die Hälfte der Verluste

Die durchschnittliche Schadenssumme lag bei 5,4 Millionen Dollar. Insgesamt beliefen sich die Verluste durch Krypto-Hacks in den ersten sechs Monaten des Jahres auf rund 1 Milliarde Dollar. Den größten einzelnen Vorfall verzeichnete KelpDAO mit einem Schaden von 292 Millionen Dollar, nachdem eine kompromittierte Bridge eine Sicherheitslücke in der Cross-Chain-Kommunikation auslöste. Beim Drift-Protokoll kam es zum zweitgrößten Angriff des Zeitraums: Durch die Kompromittierung eines Multisig-Zugangs wurden innerhalb von weniger als zwölf Minuten Vermögenswerte im Wert von 285 Millionen Dollar entwendet.

Die beiden größten Vorfälle - beide ereigneten sich im April - summierten sich auf 577 Millionen Dollar und machten damit den Großteil der Verluste im ersten Halbjahr 2026 aus. Lediglich der Angriff auf Bybit im Februar 2025 mit einem Schaden von 1,5 Milliarden Dollar fiel noch größer aus.

„Drift (285 Mio. Dollar) und KelpDAO (292 Mio. Dollar) lagen nur 17 Tage auseinander und verursachten zusammen Verluste von rund 577 Millionen Dollar - mehr als die Hälfte aller Schäden im ersten Halbjahr“, schrieb Blockaid.

Privilegierte Zugangsschlüssel und KI-Agenten rücken in den Fokus

Der Missbrauch privilegierter Zugangsschlüssel war im ersten Halbjahr die häufigste Ursache erfolgreicher Angriffe und führte zu Verlusten von insgesamt 790 Millionen Dollar. Gleichzeitig richteten Angreifer ihren Fokus zunehmend auf KI-Agenten, die sich damit zum wichtigsten neuen Angriffsziel entwickelten.

„Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden 3,4-mal so viele bestätigte Sicherheitsvorfälle registriert wie im gesamten Vorjahr. Ausschlaggebend dafür waren die zunehmende Raffinesse KI-gestützter Angriffe sowie hochprofessionelle, staatlich unterstützte Akteure, insbesondere aus Nordkorea“, heißt es in dem Bericht.

Onchain-Protokolle standen mit Verlusten von 524 Millionen Dollar besonders im Visier der Hacker. Auch Cross-Chain-Bridges wurden wiederholt angegriffen. Dort summierten sich die Schäden im ersten Halbjahr auf 372 Millionen Dollar.

„Die Angriffe auf Bridges im ersten Halbjahr reichten von einer kompromittierten Schlüsselverwaltung bei KelpDAO bis hin zu Code-Schwachstellen bei Verus, Taiko, Alephium, Secret/Axelar, Swapnet und Syscoin“, erklärte Blockaid.

Die Blockchains Ethereum (ETH) und Solana (SOL) verzeichneten mit 332 Millionen beziehungsweise 326 Millionen Dollar die höchsten Schäden durch erfolgreiche Angriffe.

Nach Angaben von Blockaid führten jedoch Ethereum-Virtual-Machine-(EVM)-Layer-1-Blockchains die Verluststatistik an. Besonders Ethereum, BNB und Avalanche (AVAX) waren von Angriffen betroffen. Unter den Non-EVM-Blockchains verzeichnete vor allem Solana hohe Schäden.

„Die Balken für Layer-2-Netzwerke erscheinen größer, weil Cross-Chain-Vorfälle jeder beteiligten Blockchain zugerechnet werden. Betrachtet man ausschließlich die Blockchains, auf denen die Verluste tatsächlich entstanden sind, entfielen auf EVM-Layer-2-Netzwerke lediglich rund 10 Millionen Dollar - ihr Anteil an der Zahl der Vorfälle steigt jedoch“, ergänzte der Bericht.

Für die kommenden Monate erwartet Blockaid weitere Angriffe auf Multisig-Signierer, nachdem diese bereits zwei der vier größten Verluste im ersten Halbjahr verursacht hatten. Zudem rechnet das Unternehmen mit einer Zunahme von Angriffen im Zusammenhang mit EIP-7702, Cross-Chain-Bridges und KI-Agenten.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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