Die ING-Rohstoffexperten Warren Patterson und Ewa Manthey verweisen darauf, dass der Brent-Ölpreis zuletzt deutlich nachgegeben hat, nachdem die Angriffe zwischen den USA und dem Iran vorerst ausgesetzt wurden und US-Präsident Donald Trump von einer „guten Chance“ auf eine Einigung sprach. Zugleich betonen sie, dass die Öllieferungen durch die Straße von Hormus und die Meerenge Bab al-Mandab sowie die Exporte über das Schwarze Meer für den Markt weiterhin von zentraler Bedeutung seien. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Risiken dürfte Öl ihrer Einschätzung nach einen hohen Risikoaufschlag behalten.
„Der Ölmarkt steht weiter deutlich unter Druck. Die USA und der Iran verzichten bislang auf weitere Angriffe, während Präsident Trump erklärte, dass Gespräche stattfinden und eine ‚gute Chance‘ auf eine Einigung bestehe. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass die Angriffe wieder aufgenommen würden, falls keine Vereinbarung zustande kommt.“
„Allerdings haben wir eine solche Situation bereits mehrfach erlebt. Deshalb könnte der Markt derzeit etwas zu optimistisch sein.“
„Damit der jüngste Preisrückgang von Dauer ist, müssten sich die Lieferströme durch die Meerenge wieder normalisieren.“
„Selbst wenn eine Einigung erzielt werden sollte, dürfte der Markt weiterhin einen erheblichen Risikoaufschlag einpreisen. Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, wie schnell eine Vereinbarung wieder scheitern kann.“
„Zusätzlichen Abwärtsdruck könnte auch eine Wiederaufnahme der Öllieferungen über das Schwarze Meer ausüben. So wurden die Verladungen sowohl am CPC-Terminal als auch am russischen Terminal Scheschcharis wieder aufgenommen.“