Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am frühen Montag im asiatischen Handel auf rund 4.000 USD. Das Edelmetall bewegt sich in den letzten Wochen um die psychologische Marke, nachdem es im zweiten Quartal (Q2) 14 % verloren hat – die schlechteste Entwicklung seit 2013. Die steigenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran treiben die Ölpreise nach oben und verstärken die Inflationsängste.
Obwohl die US-Verbraucher- und Produzenteninflation Anzeichen einer Abkühlung zeigten, bleibt der Markt unter Druck durch steigende Ölpreise und die Erwartung, dass die Zinssätze länger höher bleiben. Dies belastet wiederum die Attraktivität von Gold als zinslose Anlage.
Händler rechnen nun laut dem CME FedWatch Tool mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 61,4 %, dass die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) im September die Zinsen anheben wird.
Die USA haben die neunte Nacht von Angriffen auf den Iran gestartet, wobei Washington erklärte, dass die Luftangriffe am Sonntag darauf abzielten, den Iran für die ersten US-Militärtoten seit der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten mit der Islamischen Republik zu „bestrafen“, so Bloomberg.
Iranische Beamte erklärten, dass der Waffenstillstand zwischen Washington und Teheran faktisch aufgegeben wurde, was die Möglichkeit einer Vertiefung der Störungen wichtiger Energieflüsse durch die enge Wasserstraße erhöht.
In Bahrain ertönten Luftschutzsirenen, nachdem der Iran eine neue Welle von ballistischen Raketen und Einweg-Angriffs-Drohnen auf Ziele in Bahrain, Jordanien, Kuwait und Irak abgefeuert hatte. Anzeichen eines langwierigen Konflikts im Nahen Osten könnten kurzfristig Verkaufsdruck auf das gelbe Metall ausüben.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.