Der Goldpreis (XAU/USD) konsolidiert am Freitag über der Marke von 4.200 USD, da die Marktteilnehmer optimistisch hinsichtlich eines möglichen US-Iran-Abkommens sind, das laut Nachrichtenagenturen nächste Woche unterzeichnet werden soll. Unterdessen werden die Haushalte in den USA optimistischer in Bezug auf die Wirtschaft. Das XAU/USD-Paar notiert bei 4.216 USD, ein Plus von 0,11 %.
Die Stimmung der Anleger wurde optimistisch, nachdem bekannt wurde, dass der Nahostkonflikt enden könnte, wenn Washington und Teheran das Islamabad-Memorandum of Understanding (MOU) unterzeichnen. Es gibt wachsende Spekulationen über eine Unterzeichnung beim G7-Treffen in Genf, Schweiz, doch der Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, dass die Entscheidungsgremien Irans das MOU prüfen und er die Details des Memorandums nicht bestätigen könne.
Wenn beide Parteien zustimmen, wird die Straße von Hormus wieder geöffnet, was die Energiepreise senken und den Inflationsdruck auf wichtige Zentralbanken verringern könnte, die Bedenken hinsichtlich des durch den Konflikt ausgelösten Energieschocks geäußert haben.
Zentralbanken wie die Reserve Bank of Australia (RBA) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben im Jahresverlauf die Zinsen um 75 bzw. 25 Basispunkte erhöht. Eine schnelle Beilegung des Konflikts könnte jedoch andere Zentralbanken wie die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ), die Bank of England (BoE) und die Federal Reserve (Fed) davon abhalten, die Geldpolitik zu straffen.
Trotzdem steigen die Renditen der US-Staatsanleihen leicht an, wobei die 10-jährige T-Note um 1,5 Basispunkte auf 4,477 % zulegt, was für das gelbe Metall ein Gegenwind ist. Gleichzeitig hält sich der US Dollar Index (DXY), der die Performance der amerikanischen Währung gegenüber sechs Währungen misst, stabil bei 99,77, ein Plus von 0,06 %.
Daten des Tages zeigten, dass die US-Haushalte optimistischer werden, da das US-Verbrauchervertrauen im Juni in der vorläufigen Lesung von 44,8 auf 48,9 gestiegen ist, während die Inflationserwartungen für ein Jahr von 4,8 % auf 4,6 % zurückgingen.
Anfang der Woche hatten US-Inflationsdaten Spekulationen ausgelöst, dass die Fed die Zinsen mindestens einmal in diesem Jahr anheben könnte. Doch seit die Nachrichten über ein mögliches Abkommen zwischen den USA und Iran von etwa 88 % auf 67 % zurückgingen.
Nächste Woche stehen auf dem US-Wirtschaftskalender die geldpolitische Entscheidung der Fed, die erste unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, die Veröffentlichung der Summary of Economic Projections (SEP) sowie die Einzelhandelsumsätze an.
Der Goldpreis ist neutral bis leicht rückläufig, obwohl er sich am Donnerstag um 3,50 % erholte und den Weg für eine Bewegung über 4.200 USD freimachte. Das Momentum bleibt rückläufig, wie der Relative Strength Index (RSI) zeigt, doch der jüngste Anstieg über die 30er-Marke öffnete den Käufern die Tür, die Preise kurzfristig nach oben zu treiben.
Der erste wichtige Widerstand liegt bei 4.250 USD. Ein Durchbruch darüber würde die Marke von 4.300 USD freilegen, gefolgt vom 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.450 USD, vor dem Niveau von 4.500 USD.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung für XAU/USD bei 4.200 USD. Unterhalb dieses Niveaus befinden sich wichtige psychologische Marken bei 4.150 USD, gefolgt vom Tagestief vom 11. Juni bei 4.023 USD und 4.000 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.