Der Goldpreis (XAU/USD) bewegt sich nach einer Eröffnung mit einem Kursrückgang kaum und pendelt während der asiatischen Handelsstunden am Montag um 4.670 USD pro Feinunze. Das zinslose Metall hat Schwierigkeiten, da steigende Energiepreise die Inflationsrisiken erhöhen und die Erwartungen an Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed) und andere große Zentralbanken verringern.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl hat die Woche mit einer bullischen Kurslücke eröffnet, ist um etwa 8,5 % gestiegen und wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 98,00 USD pro Barrel gehandelt. Der jüngste Preisanstieg bei Öl wird hauptsächlich durch die erneute Eskalation des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran angetrieben.
US-Präsident Donald Trump erklärte, Washington werde nach dem Scheitern der US-Iran-Friedensgespräche in Islamabad mit der Blockade aller Schiffe beginnen, die die Straße von Hormus befahren. Zudem teilte das US-Zentralkommando (CENTCOM) mit, dass die Streitkräfte ab Montag um 10 Uhr ET (14:00 GMT) mit der Blockade des gesamten Schiffsverkehrs zu und von iranischen Häfen beginnen werden.
Die am Freitag veröffentlichten starken US-Verbraucherpreisindex-Daten (VPI) bestätigten die Haltung der Fed, die Zinsen länger hoch zu halten. Das US Bureau of Labor Statistics (BLS) berichtete, dass der jährliche VPI im März auf 3,3 % von 2,4 % im Februar stieg und damit den Erwartungen entsprach. Auf Monatsbasis stieg der VPI um 0,9 % nach zuvor 0,3 %. Der Kern-VPI stieg im Monatsvergleich um 0,2 % und im Jahresvergleich um 2,6 %.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.