Der Goldpreis (XAU/USD) zieht am Montag im frühen asiatischen Handel einige Käufer in die Nähe von 5.330 USD an. Das Edelmetall hält sich positiv, nachdem es in der vorherigen Sitzung 5.420 USD erreicht hat, gestützt durch Zuflüsse in sichere Anlagen. Händler werden später am Dienstag weitere Hinweise aus den Äußerungen der Fed erwarten.
Die Vereinigten Staaten (US) und Israel haben am Wochenende die Führungsspitze Irans und die nukleare Infrastruktur ins Visier genommen. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, dass die Kampfoperationen in Iran fortgesetzt werden, bis die Ziele Amerikas erreicht sind. Ängste vor einem breiteren und längeren Krieg im Nahen Osten haben eine Risikoaversion an den Finanzmärkten ausgelöst, was eine traditionelle sichere Anlage wie Gold begünstigt.
Andererseits tauchen Inflationssorgen wieder auf, da die Ölpreise steigen, was die Märkte dazu führt, die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Federal Reserve (Fed) zu verringern. Dies könnte wiederum einen nicht-verzinslichen Vermögenswert belasten. Die Märkte erwarten weitgehend, dass die US-Notenbank den Zinssatz bis zum Sommer unverändert lässt, obwohl US-Präsident Donald Trump niedrigere Zinsen gefordert hat.
Händler werden später am Tag ein Auge auf die Äußerungen der Fed haben. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, der Präsident der Kansas City Fed, Jeff Schmid, und der Präsident der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, sind für eine Rede eingeplant. Hawkische Äußerungen von Fed-Vertretern könnten den US-Dollar (USD) stärken und den Preis für den in USD notierten Rohstoff drücken.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.