Gold (XAU/USD) erreicht am Dienstag ein weiteres Rekordhoch und überschreitet die psychologische Marke von 4.700 USD, da steigende geopolitische Spannungen die Nachfrage nach sicheren Anlagen ankurbeln. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt XAU/USD bei etwa 4.730 USD, was einem Anstieg von fast 1,25 % für den Tag entspricht.
Die Marktstimmung bleibt fragil, da die erneuten Handels Spannungen zwischen den USA und der EU die Schlagzeilen dominieren. Am Wochenende drohte US-Präsident Donald Trump mit neuen Zöllen auf acht europäische Nationen wegen der Grönland-Frage.
Europäische Führer kritisierten den Schritt scharf und warnten, dass Gegenmaßnahmen vorbereitet werden, falls die Zölle umgesetzt werden.
Die Entwicklungen haben Ängste vor einem umfassenderen transatlantischen Handelskrieg neu entfacht. Die Risk-Off-Stimmung belastet die globalen Aktienmärkte und stärkt die Nachfrage nach defensiven Vermögenswerten.
Trumps zunehmend protektionistische Haltung erodiert auch das Vertrauen in US-Vermögenswerte, setzt den US-Dollar (USD) unter Druck und veranlasst Anleger, in alternative G10-Währungen und traditionelle sichere Häfen wie Gold zu wechseln.
Über die Handelsbedenken hinaus halten der laufende Russland-Ukraine-Krieg und die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten das geopolitische Risiko weiterhin hoch. Gleichzeitig bleiben robuste institutionelle und Investitionsnachfragen sowie dovish Erwartungen an die Federal Reserve (Fed) wichtige Treiber, die den breiteren Aufwärtstrend des Metalls unterstützen.

Aus technischer Sicht dringt XAU/USD weiterhin tiefer in unbekanntes Terrain vor, wobei das bullische Momentum fest verankert ist. Auf dem 4-Stunden-Chart handelt Gold innerhalb eines gut definierten aufsteigenden parallelen Kanals und hält sich komfortabel über seinen wichtigen gleitenden Durchschnitten, was die breitere bullische Tendenz verstärkt.
Auf der Abwärtsseite fungiert der Bereich um 4.700 USD nun als erster wichtiger kurzfristiger Wendepunkt. Ein Versagen, über dieser Zone zu bleiben, könnte die Tür für einen korrigierenden Pullback in Richtung 4.650 USD öffnen, gefolgt von 4.600 USD. Tiefere Unterstützung wird in der Nähe des 100-Perioden-SMA bei etwa 4.505 USD gesehen.
Auf der Oberseite könnten die Bullen versuchen, die Rallye in Richtung der 4.750 USD-Region auszudehnen, wobei das nächste psychologische Ziel in der Nähe von 4.800 USD auftaucht.
Momentum-Indikatoren bleiben unterstützend. Der Relative Strength Index (RSI) hält sich im überkauften Bereich nahe 70, was starken Aufwärtsdruck widerspiegelt. In der Zwischenzeit deutet der Average Directional Index (ADX) nahe 29 darauf hin, dass der breitere Aufwärtstrend fest intakt bleibt.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.