Charlie Lay und Dr. Henry Hao von der Commerzbank verweisen darauf, dass sich USD/CNY stabil um 6,75 bewegt. Das Modell der Bank deutet zugleich auf einen etwas stärkeren Referenzkurs der chinesischen Notenbank PBoC hin. Chinas Kredit- und Geldmengendaten für Juli dürften eine leichte Abschwächung zeigen. Schwache Zahlen würden die verhaltene Kreditnachfrage des Privatsektors untermauern und den Druck auf die PBoC erhöhen, mit gezielteren geldpolitischen Lockerungen gegenzusteuern.
„In dieser Woche werden Chinas Kredit- und Geldmengendaten für Juli veröffentlicht. Die Märkte achten dabei genau auf Anzeichen dafür, ob sich die Binnennachfrage nach einer Reihe enttäuschender Daten stabilisiert. Der Konsens erwartet, dass sich das Wachstum der Geldmenge M2 von 8,0 Prozent im Juni leicht auf 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr abschwächt, während für M1 ein Rückgang von 4,0 auf 3,9 Prozent prognostiziert wird. Die gesamtwirtschaftliche Finanzierung dürfte seit Jahresbeginn auf 21,9 Billionen Yuan steigen, nach 20,8 Billionen Yuan im Juni. Bei den neuen Yuan-Krediten wird dagegen ein leichter Rückgang auf 10,6 Billionen Yuan erwartet, nach zuvor 10,7 Billionen Yuan.“
„Sollten die Kreditdaten in dieser Woche schwächer als erwartet ausfallen, würde dies die Einschätzung bestätigen, dass die Kreditnachfrage des Privatsektors weiterhin verhalten ist. Das würde zu dem bereits im Juni beobachteten Muster passen, als die gesamtwirtschaftliche Finanzierung hinter den Erwartungen zurückblieb.“
„Auf der fiskalpolitischen Seite hat China inzwischen rund 90 Prozent seiner für 2026 vorgesehenen Quote zum Tausch von Schulden der Lokalregierungen ausgeschöpft. Dabei wurden verdeckte Schulden in Höhe von 1,8 Billionen Yuan in offizielle Anleihen umfinanziert. Unabhängig davon erreichte die Emission neuer Sonderanleihen durch Lokalregierungen 2,5 Billionen Yuan und damit rund 58 Prozent des für das Gesamtjahr vorgesehenen Volumens von 4,4 Billionen Yuan. Damit besteht in der zweiten Jahreshälfte noch erheblicher Spielraum für eine Beschleunigung.“
„Schwache Kreditdaten für Juli würden den Druck auf die PBoC erhöhen, die Geldpolitik weiter zu lockern. Die Zentralbank hat signalisiert, ihre Geldpolitik gezielter und flexibler gestalten zu wollen. Der Zinssatz für siebentägige Reverse-Repo-Geschäfte bleibt dabei der wichtigste geldpolitische Anker.“
„Am Devisenmarkt zeigte sich USD/CNY gestern bei 6,75 kaum verändert, während der außerhalb Festlandchinas gehandelte USD/CNH um 30 Pips auf 6,75 zulegte.“