EUR/USD behauptet sich den zweiten Tag in Folge und handelt am Mittwoch während der asiatischen Handelsstunden um 1,1390. Der US-Dollar (USD) tut sich gegenüber dem Euro (EUR) schwer, da Anleger die bevorstehende geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve (Fed) genau beobachten, bei der die Zentralbank weithin erwartet wird, die Zinsen unverändert zu lassen.
Händler preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 30,5% für eine sofortige Zinserhöhung ein, ein ungewöhnlich hohes Maß an Unsicherheit so kurz vor einer geldpolitischen Ankündigung. Mit Blick weiter voraus berücksichtigen die Märkte zudem eine Wahrscheinlichkeit von 76,6% für eine Zinserhöhung im September, was die Erwartung untermauert, dass die Kreditkosten länger erhöht bleiben könnten.
Der US-Dollar (USD) könnte angesichts erneuter Feindseligkeiten im Nahen Osten Unterstützung finden, die die geopolitischen Spannungen neu entfacht haben und den Fokus der Anleger fest auf Inflationsrisiken und den breiteren Zinsausblick in den Vereinigten Staaten (US) richten.
Das geopolitische Risiko eskalierte deutlich, nachdem die IRGC gegen etwa 17:45 Uhr ET einen überraschenden ballistischen Raketenangriff auf einen US-Militärstützpunkt in Jordanien gestartet hatte. Das US Central Command berichtete, dass die Verteidigungssysteme alle eingehenden Raketen erfolgreich abgefangen hätten, wodurch Opfer und strukturelle Schäden verhindert worden seien. Der Vorfall, der als direkte Gegenmaßnahme zu jüngsten US-Schlägen gegen iranische Marineanlagen gilt, löste eine sofortige Vergeltung aus; CENTCOM führte anschließend Präzisions-Luftangriffe im Irak durch, die darauf abzielten, von Iran unterstützte Gruppen zu neutralisieren, die Operationen gegen US-Streitkräfte und saudische Energieinfrastruktur planten.
Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ die Zinsen am 23. Juli einstimmig bei 2,25% unverändert, signalisierte jedoch nachdrücklich eine Zinserhöhung im September. Die Führungsspitze machte deutlich, dass mehrere Mitglieder des EZB-Rats eine sofortige Erhöhung gefordert hätten und warnten, dass anhaltend hohe Energiepreise über Zweitrundeneffekte das breitere Inflationsgeschehen anheizen könnten.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.