USD/CAD steigt nach geringfügigen Gewinnen am Vortag leicht an und notiert während der asiatischen Handelszeit am Mittwoch um 1,3950. Das Paar könnte fallen, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) durch höhere Ölpreise Unterstützung erhalten könnte, angesichts der Tatsache, dass Kanada der größte Rohöl-Exporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist.
Die Rohölpreise stiegen in den frühen Stunden, da sich die Konflikte im Nahen Osten verschärften und die Befürchtungen über Versorgungsengpässe zunahmen. Nach einem kurzen Preisrückgang am Dienstag, als Israel und Iran die Feindseligkeiten vorübergehend aussetzten, eskalierte der Konflikt schnell wieder. Berichten zufolge starteten die USA am Mittwoch eine dritte Welle von Vergeltungsschlägen auf iranische Küstenziele, nachdem Iran mindestens drei ballistische Raketen aus Isfahan abgefeuert hatte. Dies folgte auf eine erste Runde von US-Schlägen am Dienstag, die Washington als verhältnismäßige Reaktion auf den Abschuss eines US-Hubschraubers in der Nähe der strategisch wichtigen Straße von Hormus bezeichnete.
Das Paar USD/CAD hält sich, da der US-Dollar (USD) angesichts der erhöhten Risikoaversion nach den erneuten Spannungen im Nahen Osten fest bleibt. Reuters berichtete am Dienstag, dass die USA Angriffe gegen Iran gestartet haben, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, dass Teheran einen US-Apache-Hubschrauber in der Straße von Hormus abgeschossen habe. Am frühen Dienstag betonte Trump, dass Iran und die USA kurz vor einer Einigung stünden, obwohl es seit dem fragilen Waffenstillstand Anfang April nur wenige Anzeichen für Fortschritte gibt.
Die Unsicherheit bezüglich des Friedensabkommens im Nahen Osten schürt weiterhin Sorgen über die Inflation und die Erwartungen an erhöhte Zinssätze. Stärker als erwartete US-Arbeitsmarktdaten für Mai haben die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr verstärkt.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.