Das Währungspaar GBP/USD erholt sich leicht von einem Dreiwochentief, das während der asiatischen Sitzung am Montag erreicht wurde, und klettert in der letzten Stunde näher an die Mitte der 1,3300er-Marke. Das zugrunde liegende starke bullische Sentiment rund um den US-Dollar (USD) gebietet jedoch Vorsicht, bevor man sich für eine weitere Aufwärtsbewegung positioniert.
Der USD-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Währungskorb abbildet, schoss am Freitag als Reaktion auf den optimistischen US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls, NFP) auf ein Zweiwochenhoch, der die hawkischen Erwartungen an die US-Notenbank (Fed) bestätigte. Die genau beobachteten Beschäftigungsdaten zeigten, dass die Wirtschaft im Mai 172.000 Arbeitsplätze schuf, verglichen mit erwarteten 85.000 und der im Vormonat nach oben revidierten Zahl von 179.000. Weitere Details zeigten, dass die Arbeitslosenquote wie erwartet stabil bei 4,3 % blieb, was den allgemein erwarteten Rückgang des Wachstums der durchschnittlichen Stundenlöhne auf 3,4 % im Jahresvergleich von 3,6 % im April ausglich.
Dies kommt zu den Befürchtungen hinzu, dass der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise die Inflation anheizen und die Wetten auf eine letztendliche Zinserhöhung durch die Fed verstärken würde. Laut dem FedWatch Tool der CME Group preisen Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 70 % ein, dass die US-Zentralbank die Kreditkosten im Jahr 2026 um mindestens 25 Basispunkte (bps) anheben wird. Dies, zusammen mit geopolitischen Unsicherheiten, sollte weiterhin als Rückenwind für den sicheren Hafen Greenback wirken. Darüber hinaus könnte die politische Turbulenz im Vereinigten Königreich, angesichts einer Herausforderung der Führung von Premierminister Keir Starmer, das britische Pfund (GBP) schwächen und dazu beitragen, den Spielraum für das GBP/USD-Paar zu begrenzen.
Händler könnten auch abwarten, wie sich die Entwicklungen rund um die Nahost-Krise weiterentwickeln. US-Präsident Trump rief den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu an und bat ihn, Iran nicht als Reaktion auf drei Wellen ballistischer Raketenangriffe auf den israelischen Luftwaffenstützpunkt Ramat David am Sonntagabend anzugreifen. Trump sagte gegenüber Axios weiter, dass sie kurz vor einem endgültigen Deal mit Iran stünden und er nicht wolle, dass dieser wegen der aktuellen Ereignisse platze. Dennoch stehen die USA und Iran in mehreren Schlüsselthemen, darunter das iranische Nuklearprogramm und die strategisch wichtige Straße von Hormus, weiterhin im Konflikt. Dies hält die geopolitischen Risiken aufrecht und begünstigt die USD-Bullen.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.