Das Währungspaar AUD/USD notiert im frühen asiatischen Handel am Montag mit einem leichten Minus nahe 0,7145. Der Australische Dollar (AUD) gibt gegenüber dem US-Dollar (USD) nach, da die Friedensgespräche im Nahen Osten fragil sind und die Märkte sich auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch vorbereiten.
Die Bemühungen, die Friedensgespräche über den Iran-Krieg wieder aufzunehmen, sind ins Stocken geraten, nachdem US-Präsident Donald Trump die Delegation nach Pakistan abgesagt hat, die möglicherweise direkt mit dem Iran sprechen sollte, so Bloomberg. „Wenn sie reden wollen, können sie zu uns kommen oder uns anrufen. Wissen Sie, es gibt ein Telefon. Wir haben sichere Leitungen“, sagte Trump. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte, sein Land werde sich nicht auf „aufgezwungene Verhandlungen unter Drohungen oder Blockade“ einlassen.
Darüber hinaus gerät der Waffenstillstand zunehmend unter Druck, da Israel und die Hisbollah trotz einer von den USA vermittelten Verlängerung des Friedensabkommens, das die Kämpfe für weitere drei Wochen hätte stoppen sollen, ihre Angriffe aufeinander verstärkt haben. Die Unsicherheit und die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback unterstützen und kurzfristig Gegenwind für das Paar bedeuten.
Die Händler werden den australischen Verbraucherpreisindex (VPI) für März im Auge behalten, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Für den Gesamt-VPI wird ein Anstieg von 4,7 % im Jahresvergleich im März erwartet, nach 3,7 % im Februar. Anzeichen für eine stärkere Inflation in Australien könnten die Wetten auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) bei der Sitzung der Reserve Bank of Australia (RBA) am 5. Mai festigen und den Aussie gegenüber dem USD stärken.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.