Das Paar AUD/USD gewinnt am Donnerstag im frühen asiatischen Handel bei rund 0,7155 an Dynamik. Die Verlängerung des Waffenstillstands mit Iran durch US-Präsident Donald Trump belebt die Risikoappetit und unterstützt den Australischen Dollar (AUD) gegenüber dem US-Dollar (USD). Die vorläufigen Daten zum S&P Global Einkaufsmanagerindex (EMI) werden später am Donnerstag erwartet.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, dass die USA den Waffenstillstand mit Iran auf Bitte Pakistans verlängern, während er auf einen einheitlichen Vorschlag von Iran wartet. Diese Entwicklung mildert die Befürchtungen eines erneuten Konflikts, der die Energiepreise stark ansteigen ließ.
Die Spannungen bleiben jedoch hoch, da Teheran die Kontrolle über die Straße von Hormus fest in der Hand hält, den Durchgang durch die Handelsroute kontrolliert und auf Schiffe schießt. Der Sprecher des iranischen Parlaments und oberste Verhandlungsführer, Mohammad Bagher Ghalibaf, sagte, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus sei „unmöglich“, solange die USA und Israel „offensichtliche“ Verstöße gegen den Waffenstillstand begehen, einschließlich der US-Seekriegsblockade.
Anzeichen für einen langwierigen Krieg im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und Gegenwind für das Paar erzeugen.
Von S&P Global am Donnerstag veröffentlichte Daten zeigten, dass der vorläufige Wert des australischen S&P Global Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im April auf 51,0 stieg, nach 49,8 im März. Gleichzeitig stieg der australische S&P Global EMI für den Dienstleistungssektor im April auf 50,3 nach zuvor 46,3, während der Composite EMI im April auf 50,1 gegenüber 46,6 zuvor kletterte.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.