Das Paar AUD/USD setzt den Rückgang im frühen asiatischen Handel am Montag auf rund 0,6885 fort. Der US-Dollar (USD) stärkt sich gegenüber dem Australischen Dollar (AUD) angesichts stärker als erwarteter US-Beschäftigungsdaten und anhaltender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten. Die US-Daten zum ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor im März werden später am Montag im Fokus stehen.
Am Freitag veröffentlichte Daten des US Bureau of Labor Statistics (BLS) zeigten, dass die US Nonfarm Payrolls (NFP) im März um 178.000 stiegen. Diese Zahl folgte auf einen Rückgang von 133.000 (revidiert von -92.000) und lag deutlich über den Markterwartungen von 60.000. Die Arbeitslosenquote sank im März auf 4,3 % von 4,4 % im Februar.
US-Präsident Trump verschärfte am Sonntag seine Drohungen, ab Dienstag iranische Kraftwerke zu bombardieren und dem Land „Hölle“ zu bringen, nachdem US-Streitkräfte einen Luftwaffensoldaten aus dem Iran retteten, mehr als einen Tag nachdem sein Kampfjet abgeschossen worden war.
Die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Befürchtungen über eine Schließung der Straße von Hormus stärken weiterhin eine sichere Hafenwährung wie den Greenback und erzeugen kurzfristig Gegenwind für das Paar.
Die Markterwartungen für die Sitzung im Mai tendieren zu einer weiteren möglichen Zinserhöhung aufgrund steigender Ölpreise und eines engen Arbeitsmarktes. Analysten von Westpac erwarten, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) im Jahr 2026 drei weitere Zinserhöhungen vornehmen wird. Dies würde den Leitzins auf 4,85 % anheben, ein Niveau, das seit November 2008 nicht mehr erreicht wurde.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.