Der japanische Yen (JPY) bemüht sich, die Kontrolle gegenüber dem US-Dollar (USD) zurückzugewinnen, während der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten (US), Israel und Iran in den dritten Tag geht.
Das Paar USD/JPY hält bescheidene Gewinne, die sich zwischen der allgemeinen Stärke des USD und erhöhten Zuflüssen in den JPY als sichere Anlage aufteilen, während die Märkte in Zeiten eskalierender Konflikte im Nahen Osten Schutz suchen.
Die USA haben einen "massiven" und andauernden Angriff auf die Führung und das Militär Irans in Koordination mit Israel gestartet, bei dem der oberste Führer Irans, Ayatollah Ali Khamenei, getötet wurde, und fordern eine starke Vergeltung aus Teheran.
Die Märkte sind besorgt, ob dieser Krieg in einen vollwertigen regionalen Konflikt im Nahen Osten übergeht, was die Ölpreise in die Höhe treiben, die Inflation ansteigen und die globale Wirtschaft in eine Abwärtsspirale treiben könnte.
In der Zwischenzeit erhält der japanische Yen auch Unterstützung durch die hawkishen Zinserwartungen der Bank of Japan (BoJ), während die US-Notenbank (Fed) auf Kurs bleibt, die Zinsen in den kommenden Monaten zu senken, was negativ für den Greenback ist.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.