Das Paar USD/JPY springt während der frühen asiatischen Sitzung am Mittwoch auf fast 159,15, den höchsten Stand seit Juli 2024. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, da Bedenken über eine lockerere fiskalische und geldpolitische Ausrichtung in Japan bestehen. Händler werden die US-Einzelhandelsumsätze und die Erzeugerpreisindex (EPI)-Berichte im Auge behalten, die später am Mittwoch veröffentlicht werden.
Die politische Unsicherheit in Japan könnte den JPY belasten und dem Paar kurzfristig Rückenwind verleihen. Der japanische Premierminister Sanae Takaichi könnte im Februar eine vorgezogene Parlamentswahl ansetzen, berichtete Reuters am Sonntag.
"Die Auswirkungen auf den Yen sind ziemlich negativ, da Takaichi sowohl in der Fiskal- als auch in der Geldpolitik eine Taube ist, sodass sie fiskalisch mit einer lockereren, höheren Defizitpolitik sehr zufrieden wäre," sagte Eric Theoret, Währungsstratege bei Scotiabank in Toronto.
Andererseits könnte die Aussicht auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank in diesem Jahr den Greenback nach unten ziehen. Die Inflationswerte des Verbraucherpreisindex (VPI) wurden als potenziell angesehen, um der Federal Reserve (Fed) mehr Spielraum für Zinssenkungen zu geben, während die Entscheidungsträger Bedenken hinsichtlich weiterhin hartnäckiger Preisdruck gegen einen sich abschwächenden Arbeitsmarkt abwägen.
Nachdem Fed-Vorsitzender Jerome Powell und andere Entscheidungsträger seit September drei Zinssenkungen vorgenommen haben, zeigen die Preisgestaltungen der Fed Funds Futures-Händler, dass eine Senkung bis Juni nicht als wahrscheinlich angesehen wird.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.