MUFG-Analyst Lloyd Chan weist darauf hin, dass Indonesien einen strukturellen Kurswechsel vollzieht, da der Staat über Danantara Sumberdaya Indonesia zunehmend die direkte Kontrolle über wichtige Rohstoffexporte übernimmt. Der Bericht betont die hohen kurzfristigen Umsetzungsrisiken für die Rupiah, merkt jedoch an, dass eine erfolgreiche Umsetzung mittelfristig die externe Stabilität stärken könnte, während ein Scheitern die Landeswährung belasten dürfte.
„Ein struktureller Regimewechsel ist im Gange. Indonesien bewegt sich in Richtung eines staatlich kontrollierten Systems für Rohstoffexporte unter Danantara Sumberdaya Indonesia (DSI), einer neuen Tochtergesellschaft des Staatsfonds Danantara. Anders als internationale Vorbilder, die sich in der Regel auf einen einzelnen Rohstoff konzentrieren, versucht Indonesien, dieses Modell auf mehrere zentrale Rohstoffe wie Kohle, Palmöl und Ferrolegierungen anzuwenden. Das macht den Ansatz sowohl einzigartig als auch besonders anspruchsvoll in der Umsetzung.“
„Die Umsetzungsrisiken sind kurzfristig hoch. Unsicherheiten während der Einführungsphase könnten Handelsströme beeinträchtigen, zu Unklarheiten bei der Preisbildung führen und die Stimmung der Investoren belasten. Die Märkte scheinen dieses Risiko bereits einzupreisen, da sich die Rupiah schwächer entwickelt als vergleichbare Regionalwährungen. Hinzu kommt ein sich abschwächendes makroökonomisches Umfeld, darunter ein deutlich geschrumpfter Handelsüberschuss (89 Millionen US-Dollar im April nach 3,3 Milliarden US-Dollar im März), rückläufige Devisenreserven (im April rund 6,3 Milliarden US-Dollar weniger als vor einem Jahr) sowie anhaltende Kapitalabflüsse.“
„Wir erwarten, dass die Regierung die direkte Kontrolle über mehrere wichtige Rohstoffexporte übernimmt. Marktmechanismen werden nicht abgeschafft, aber zunehmend durch den Staat gesteuert. Die Preise könnten sich weiterhin an globalen Referenzwerten orientieren, auch wenn der staatliche Einfluss zunimmt.“
„Das Währungspaar USD/IDR könnte eine leichte Abwärtstendenz entwickeln, falls stark überfüllte Long-Positionen im USD/IDR abgebaut werden und die günstige Bewertung der Rupiah stärker in den Fokus rückt. Eine Entspannung im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran könnte dabei ein wichtiger Auslöser für eine Trendwende sein.“
„Die politischen Ergebnisse sind mittelfristig grundsätzlich binär. Eine erfolgreiche Umsetzung würde Indonesiens außenwirtschaftliche Position stärken und die Stabilität der Rupiah unterstützen. Eine mangelhafte Umsetzung oder eine Überdehnung staatlicher Eingriffe birgt dagegen das Risiko gestörter Handelsströme, sinkender Wettbewerbsfähigkeit und einer anhaltenden Schwäche der Landeswährung.“
„Die Unterstützung durch die Bank Indonesia wird dazu beitragen, die steigenden Risikoprämien des Landes zumindest teilweise auszugleichen. Die Zentralbank hat den Leitzins im Mai um 50 Basispunkte angehoben und ihre Maßnahmen zur Stützung des Devisenmarktes durch die Ausgabe zusätzlicher hochverzinslicher SRBI-Papiere ausgeweitet. Dadurch hat sich die Attraktivität der Rupiah im kurzfristigen Laufzeitenbereich verbessert.“