Der Goldpreis (XAU/USD) steigt am Montag um über 1% inmitten der allgemeinen Schwäche des US-Dollars (USD) und niedrigerer Renditen von US-Staatsanleihen, nachdem die schwachen Inflationsdaten der vergangenen Woche die Spekulationen über eine hawkishe Federal Reserve (Fed) verringert hatten, . XAU/USD notiert bei 4.422 USD, nachdem es sich von den Tagestiefs bei 4.367 USD erholt hat.
Der US-Dollar-Index (DXY), der die Entwicklung des Dollar-Werts gegenüber sechs Währungen verfolgt, liegt 0,37% tiefer bei 99,53 und gibt dem Edelmetall Rückenwind. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe steigt zwar um mehr als 2,5 Basispunkte auf 4,718%, begrenzt jedoch den Anstieg des Goldes in Richtung der 4.500er-Marke.
Die Renditen von US-Staatsanleihen am langen Ende der Kurve, die 30-jährigen, erreichen Höchststände von 2007. Bloomberg berichtete, dass dies „die Angst der Anleger vor der explodierenden Staatsverschuldung, einer Flut von Verkäufen langlaufender Anleihen und einer Inflation widerspiegelt, die seit fünf Jahren über dem 2%-Ziel der Federal Reserve feststeckt“.
Die Inflationsdaten auf Verbraucher- und Erzeugerseite der vergangenen Woche lösten bei Anlegern eine Reaktion aus, ihre hawkischen Fed-Wetten zu reduzieren. Befürchtungen, dass die Preise kurzfristig nicht wieder sinken werden, werden durch das Ausbleiben von Fortschritten bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten genährt.
Die Rohölpreise bleiben im Fokus, wobei West Texas Intermediate (WTI) um über 2,30% auf 84,35 USD pro Barrel steigt.
Gemischte geopolitische Signale deuten darauf hin, dass der Iran seine Politik von einer defensiven zu einer offensiven ausrichtet. Das iranische Außenministerium erklärte laut Al Arabiya, das „Abkommen von Islamabad sei nicht zusammengebrochen und die Möglichkeit einer Rückkehr dazu bestehe weiterhin“.
Unterdessen sehen Anleger eine Wahrscheinlichkeit von fast 69%, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt, während die Wahrscheinlichkeiten für die Dezember-Sitzung weiterhin eine 66%ige Chance auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte einpreisen, so Prime Terminal.

Die Märkte blicken nun auf das Protokoll der Fed-Sitzung im Juli, das am Mittwoch veröffentlicht werden soll, um weitere Einblicke in die geldpolitische Haltung der Entscheidungsträger zu erhalten.
Der Goldpreis hat die Marke von 4.400 USD zurückerobert und ist dabei, den 100-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.386 USD zu überwinden, der Teil einer Konfluenz technischer Niveaus ist, welche den Goldpreis kurzfristig begrenzt hatten.
Bemerkenswert ist, dass das Momentum bullisch ist, wie der Relative Strength Index (RSI) zeigt. Dies bestätigt, dass der Aufwärtstrend intakt ist, auch wenn Händler die 4.500er-Marke und anschließend den 200-Tage-SMA bei 4.506 USD überwinden müssen. Bei weiterer Stärke liegt der nächste Widerstand bei der 4.600er-Marke.
Für eine bärische Trendwende muss Gold unter den 100-Tage-SMA fallen, gefolgt vom Hoch vom 6. Juli bei 4.202 USD, anschließend dem 50-Tage-SMA bei 4.146 USD und 4.100 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.