West Texas Intermediate (WTI) Öl bewegt sich am Mittwoch in einer engen Spanne, da Händler den starken Anstieg der US-Rohöllagerbestände gegen anhaltende Angebotsrisiken im Nahen Osten abwägen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wird WTI um 82,20 USD pro Barrel gehandelt und liegt damit nahe einem Eineinhalb-Wochen-Hoch.
Daten der US Energy Information Administration (EIA) zeigten, dass die Rohöllagerbestände in der Woche bis zum 7. August um 17,422 Millionen Barrel gestiegen sind, deutlich über dem Anstieg von 2,479 Millionen Barrel in der Vorwoche. Die Märkte hatten mit einem Rückgang der Bestände um 1,4 Millionen Barrel gerechnet. Dies war der größte wöchentliche Anstieg seit Januar 2023.
Die Händler spielten den starken Aufbau der Lagerbestände jedoch weitgehend herunter, da die Marktstimmung weiterhin von den Entwicklungen rund um die Straße von Hormus geprägt ist. US-Präsident Donald Trump sagte, Washington habe "die totale Kontrolle" über die Wasserstraße, und fügte hinzu: "Ich denke, wir werden sie behalten."
Trumps Äußerungen kamen, nachdem US-Streitkräfte am Dienstag ein unter panamaischer Flagge fahrendes Frachtschiff außer Gefecht gesetzt hatten, nachdem es wiederholte Warnungen ignoriert und versucht hatte, die US-Seeblockade zu durchbrechen.
Die anhaltende Schließung der Straße veranlasste die Internationale Energieagentur (IEA), ihre globalen Prognosen für Ölangebot und -nachfrage zu senken. Die Agentur erwartet nun, dass das Angebot im Jahr 2026 um 4,3 Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf rund 102 Millionen bpd sinken wird.
Für die weltweite Ölnachfrage wird ein Rückgang um 1,6 Millionen bpd prognostiziert, eine um 510.000 bpd stärkere Kontraktion als im vorherigen Bericht geschätzt. In einem separaten Bericht hob die EIA ihre Prognose für den durchschnittlichen WTI-Preis im Jahr 2026 von zuvor 76,26 USD auf 80,88 USD pro Barrel an.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.