Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am frühen Freitag im asiatischen Handel auf rund 4.690 USD. Das Edelmetall zieht angesichts eines stärkeren US-Dollars (USD) und erhöhter Ölpreise, die Inflationssorgen schüren, einige Verkäufer an.
Das US-Militär teilte mit, dass es zwei iranische Öltanker abgefangen habe, die versuchten, der Blockade zu entkommen, während Washington weiterhin den Schiffsverkehr Irans behindert und Teheran Schiffe in der Straße von Hormus bedroht, berichtete Bloomberg am Donnerstag. Später am Tag sagte US-Präsident Donald Trump, dass die Infrastruktur Irans explodieren werde, wenn das Land das Öl nicht bewegt. Iranische Beamte erklärten nicht, dass sie einer Verlängerung des Waffenstillstands zugestimmt hätten, und warfen Washington vor, diesen durch die Aufrechterhaltung einer Blockade des iranischen Seehandels zu verletzen.
„Gold orientiert sich weiterhin am Ölmarkt, wobei steigende Energiekosten das Risiko einer kurzfristigen Dollarstärke und erhöhter Inflation in den Fokus rücken“, sagte Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank.
Die Ölpreise sind diese Woche stark gestiegen, was Sorgen über anhaltende Versorgungsunterbrechungen widerspiegelt. Höhere Rohölpreise können den Inflationsdruck erhöhen und die Hürde für Zinssenkungen anheben. Gold wird oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt, bringt jedoch keine Zinsen, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Die Nachfrage großer Zentralbanken könnte das gelbe Metall jedoch stützen. Zentralbanken in Schwellenländern, angeführt von China, Polen, Indien und der Türkei, diversifizieren ihre Devisenreserven weiterhin aggressiv vom USD weg, indem sie 2025 und Anfang 2026 Gold akkumulieren. Die People's Bank of China (PBoC) fügte im März 5 Tonnen hinzu und verlängerte damit ihre monatliche Kaufserie auf 17 aufeinanderfolgende Monate.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.