Der Goldpreis (XAU/USD) wird in der frühen asiatischen Sitzung am Dienstag mit leichten Gewinnen nahe 5.140 USD gehandelt. Anhaltende geopolitische Risiken im Nahen Osten bieten trotz des jüngsten Verkaufsdrucks eine gewisse Unterstützung für das Edelmetall.
US-Präsident Donald Trump deutete an, dass der Iran-Krieg bald enden wird, da der Krieg im Nahen Osten in seinen 11. Tag eingetreten ist. Allerdings bleibt die Straße von Hormuz effektiv geschlossen, was dazu geführt hat, dass große Produzenten im Persischen Golf, einschließlich Saudi-Arabien, die Produktion drosseln. Ungewissheit und Ängste vor einem langwierigen Konflikt treiben kurzfristig weiterhin ein sicheres Anlagegut wie das gelbe Metall an.
Andererseits schürt der Krieg im Nahen Osten Ängste vor steigender Inflation in den USA, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinssätze länger hoch hält.
Höhere Kreditkosten sind typischerweise negativ für den zinslosen Goldpreis. Es wird erwartet, dass die Fed die Zinsen bei ihrem bevorstehenden Treffen am 17.-18. März stabil hält. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die nächste Zinssenkung nicht vor Juni oder Juli 2026 erfolgen wird.
Händler werden die US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflationsdaten für Februar, die später am Mittwoch veröffentlicht werden, genau beobachten. Der VPI wird voraussichtlich einen Anstieg von 2,4% im Jahresvergleich im Februar zeigen, während der Kern-VPI während desselben Zeitraums einen Anstieg von 2,5% prognostiziert. Jegliche Anzeichen für eine höhere Inflation in den USA könnten den US-Dollar (USD stärken) und den Preis für den in USD notierten Rohstoff belasten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.