Gold (XAU/USD) steigt am Mittwoch leicht an und erholt sich teilweise von dem scharfen Rückgang des Vortages, während der US-Dollar (USD) nach zwei Tagen solider Gewinne eine Verschnaufpause einlegt. In der Zwischenzeit halten die anhaltenden geopolitischen Spannungen rund um den US-Iran-Krieg die Nachfrage nach sicheren Anlagen aufrecht und helfen, den Rückgang abzufedern.
Zum Zeitpunkt des Schreibens handelt XAU/USD bei etwa 5.180 USD, was einem Anstieg von etwa 1,65 % an diesem Tag entspricht.
Gold fiel am Dienstag um 4,4 %, während Silber (XAG/USD) um etwa 8,4 % nachgab, da ein stärkerer USD auf die Metalle drückte. Der Rückgang beschleunigte sich, nachdem die Preise unter wichtige technische Unterstützungsniveaus fielen, was Stop-Loss-Orders auslöste und zu breiter Liquidation führte. Der Ausverkauf erwies sich jedoch als kurzlebig, da die steigende globale und wirtschaftliche Unsicherheit die Risikobereitschaft der Anleger dämpfte.
Der Konflikt im Nahen Osten tritt in seinen fünften Tag ein, während die USA und Israel die Luft- und Raketenangriffe auf Iran verstärken. Teheran hat mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte und verbündete Einrichtungen im Golf reagiert.
Mit der Eskalation des Krieges treiben Störungen der Ölströme durch die Straße von Hormuz die Energiepreise in die Höhe und wecken Bedenken über die inflationsbedingten Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.
US-Präsident Donald Trump versuchte, die Märkte zu beruhigen, indem er sagte, die USA „werden Tanker so schnell wie möglich durch die Straße von Hormuz eskortieren“, falls erforderlich. In einem Beitrag auf Truth Social am Dienstag fügte er hinzu, dass Washington politische Risikoabsicherung für Schiffe anbieten würde, die durch den Golf fahren, um „den FREIEN FLUSS von ENERGIE in die WELT zu gewährleisten“.
Wachsende Inflationssorgen veranlassen die Händler auch dazu, den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) neu zu bewerten. Die Märkte preisen nun mindestens 50 Basispunkte (bps) an Zinssenkungen bis Dezember ein, so das CME FedWatch-Tool, was als Gegenwind für zinslose Anlagen wie Gold wirken könnte.
In der kommenden Woche richtet sich die Aufmerksamkeit auf wichtige US-Wirtschaftsdaten. Der ADP-Beschäftigungsbericht und der ISM-Services-Einkaufsmanagerindex (PMI) sind für Mittwoch angesetzt, gefolgt vom Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht am Freitag.

Der kurzfristige Ausblick für XAU/USD erscheint neutral bis leicht bärisch, nachdem die Preise von der oberen Bollinger-Band auf dem 4-Stunden-Chart zurückgegangen sind und nun knapp unter dem mittleren Band oszillieren. Dennoch bleibt der Rückgang begrenzt, da die Preise Unterstützung nahe dem unteren Bollinger-Band bei etwa 5.057 USD gefunden haben.
Der RSI (14) stabilisiert sich, nachdem er sich dem überverkauften Bereich genähert hat, und bewegt sich nun bei 45 nach oben, was darauf hindeutet, dass das Verkaufs-Momentum nachlässt.
Die MACD-Linie flacht unter der Signallinie ab, während das negative Histogramm sich zusammenzieht, was auf nachlassenden bärischen Druck hindeutet.
Auf der Oberseite wird unmittelbarer Widerstand nahe 5.200 USD gesehen, gefolgt vom mittleren Bollinger-Band bei etwa 5.259 USD und dem oberen Bollinger-Band nahe 5.461 USD.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung im Bereich von 5.100–5.000 USD. Ein entscheidender Durchbruch unter dieses Niveau könnte die nächsten Unterstützungsniveaus bei 4.850 USD und 4.650 USD freilegen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.