Das Paar USD/CAD setzt seine seitwärts gerichtete Konsolidierungsbewegung im frühen europäischen Handel am Montag fort und notiert derzeit knapp unter der Mitte der 1,3800er-Marke. Zudem bleiben die Spotpreise innerhalb der breiteren Handelsspanne vom Freitag gefangen, was angesichts gemischter fundamentaler Signale zur Vorsicht mahnt, bevor eine aggressive intraday-direktionale Tendenz eingegangen wird.
Die Rohölpreise halten sich nahe dem höchsten Stand seit dem 24. Juli angesichts der eskalierenden Konfrontation zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus. Dies gleicht die schwachen kanadischen Arbeitsmarktdaten vom Freitag aus und bietet dem rohstoffgebundenen Loonie etwas Unterstützung. Abgesehen davon erweist sich ein leichter Rückgang des US-Dollars (USD) als weiterer Faktor, der als Gegenwind für das Paar USD/CAD wirkt. Das unterstützende fundamentale Umfeld hilft jedoch, die Abwärtsbewegung angesichts der relativ dünnen Liquidität aufgrund eines Feiertags in den USA und Kanada zu begrenzen.
Der besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht Nonfarm Payrolls (NFP) erhöhte die Chancen auf eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf der Sitzung am 15. bis 16. September angesichts von Sorgen über Preisdruck durch die erhöhten Ölpreise. Hinzu kommt, dass die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran den geopolitischen Risikoaufschlag im Spiel hält, was den sicheren Hafen Greenback zusätzlich stützen dürfte. Daher sind starke Anschlussverkäufe erforderlich, um zu bestätigen, dass der Erholungsversuch des Paares USD/CAD vom Swing-Tief der vergangenen Woche an Schwung verloren hat.
Analysten von ING argumentieren, dass der Dollar angesichts von "hohen Energiepreisen und einem über den Konsens liegenden NFP-Wert für August" "eigentlich besser abschneiden sollte, als er es tut." Sie führen die verhaltene Reaktion der Währung darauf zurück, dass "das Anlageumfeld weiterhin konstruktiv ist, in dem sich die globalen Aktienmärkte, einschließlich der Schwellenmärkte, weiterhin gut entwickeln." ING weist darauf hin, dass unter den verschiedenen von ihnen beobachteten Zusammenhängen "die inverse Korrelation zwischen globalen Aktien und dem Dollar derzeit die stärkste zu sein scheint – deutlich stärker als die Verbindung des Dollars zu den Ölpreisen."
Händler könnten sich zudem vor der Veröffentlichung der neuesten US-Inflationsdaten in dieser Woche – des Erzeugerpreisindex (EPI) am Donnerstag und des Verbraucherpreisindex am Freitag – an den Seitenlinien positionieren. Die entscheidenden Daten werden auf weitere Hinweise zum geldpolitischen Kurs der Fed hin geprüft, was wiederum die USD-Nachfrage antreiben wird. Abgesehen davon könnten die Dynamik der Rohölpreise das Paar USD/CAD beeinflussen.
Das Paar USD/CAD bleibt unter dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 1,3923 und dem 50,0%-Fibonacci-Retracement des jüngsten Aufwärtsimpulses bei 1,3899. Die Kassakurse liegen jedoch knapp über dem 61,8%-Retracement, was darauf hindeutet, dass die Verkäufer zwar unter dem gebündelten Widerstand oberhalb weiterhin die Kontrolle behalten, der unmittelbare Abwärtsdruck zunächst jedoch an dieser nahen Unterstützung ins Stocken geraten könnte.
Ein entscheidender Bruch unter das 61,8%-Fibo.-Level bei 1,3817 würde die nächste Unterstützung beim 78,6%-Retracement nahe 1,3701 freilegen, wobei ein tieferer Rückgang auf den strukturellen Boden um 1,3554 hindeuten würde. Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 50,0%-Retracement bei 1,3899, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 1,3923, während weitere Gewinne das 38,2%-Level nahe 1,3980 und das 23,6%-Retracement um 1,4081 in den Fokus rücken würden.
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Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.