Das Paar USD/CAD wird am Mittwoch während des asiatischen Handels bei rund 1,3655 schwächer gehandelt. Die Spannungen in der Straße von Hormus bieten dem rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar (CAD) gegenüber dem US-Dollar (USD) etwas Unterstützung.
US-Präsident Donald Trump erklärte, er werde den Waffenstillstand mit Iran verlängern, bis die Gespräche zwischen den beiden Ländern Fortschritte gemacht haben. In einem Beitrag auf Truth Social erklärte Trump, dass er eine Blockade von Schiffen, die in der Straße von Hormus zu und von Iran fahren, aufrechterhalten werde.
Ein Beamter des Weißen Hauses bestätigte in einer Erklärung, dass die Reise des US-Vizepräsidenten JD Vance nach Pakistan am Dienstag nicht stattfinden werde. Die Unsicherheit rund um die US-Iran-Friedensgespräche könnte den Kanadischen Dollar (CAD) kurzfristig stützen. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutendes ölexportierendes Land ist und hohe Rohölpreise im Allgemeinen positive Auswirkungen auf den CAD haben.
Andererseits könnten die heißer als erwarteten US-Einzelhandelsumsätze helfen, die Verluste des Greenbacks zu begrenzen. Die Einzelhandelsumsätze in den Vereinigten Staaten (US) stiegen im März um 1,7% MoM, so das US Census Bureau am Dienstag. Diese Zahl folgte auf den Anstieg von 0,7% (revidiert von 0,6%) im Februar und lag über dem Marktkonsens von 1,4%. Auf Jahresbasis stiegen die Einzelhandelsumsätze im März um 4,0% und entsprachen damit dem Wert vom Februar.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.