EUR/USD steht am Dienstag unter Druck, da sich der US Dollar (USD) nach jüngster Schwäche stabilisiert, wobei positive US-Wirtschaftsdaten und ein schwächeres Eurozonen-Sentiment zusätzlichen Abwärtsdruck auf den Euro (EUR) ausüben. Allerdings fehlt es dem Paar an weiterem Verkaufsdruck und es bleibt nahe den jüngsten Höchstständen, da die Marktstimmung angesichts der Unsicherheit über mögliche US-Iran-Friedensgespräche vorsichtig bleibt.
Zum Zeitpunkt der Abfassung handelt EUR/USD um die Marke von 1,1755. Unterdessen bewegt sich der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, um 98,32.
Früher am Tag veröffentlichte US-Daten zeigten, dass die headline Einzelhandelsumsätze im März um 1,7 % im Monatsvergleich gestiegen sind, womit die Erwartungen von 1,4 % übertroffen und die Steigerung von 0,7 % im Februar beschleunigt wurde, was hauptsächlich auf einen starken Anstieg der Benzinpreise im Zuge der eskalierenden Spannungen mit Iran zurückzuführen ist.
Die Einzelhandelsumsätze der Kontrollgruppe, die in die BIP-Berechnungen einfließen, stiegen um 0,7 %, während die Einzelhandelsumsätze ohne Autos um 1,9 % zulegten, beide über den Erwartungen. Gleichzeitig zeigten die Arbeitsmarktdaten Stärke, wobei der 4-Wochen-Durchschnitt der ADP-Beschäftigungsveränderung von 39.000 auf 54.800 stieg.
Insgesamt deuten die neuesten Daten darauf hin, dass die US-Wirtschaft trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheit widerstandsfähig bleibt, was die Federal Reserve (Fed) dazu zwingen könnte, ihre derzeitige Politik länger beizubehalten, insbesondere da inflationsbedingte Risiken durch Öl weiterhin im Fokus stehen.
Die Händler verarbeiten auch Kommentare von Kevin Warsh, dem designierten Fed-Vorsitzenden, der einen neuen Inflationsrahmen und einen „Regimewechsel“ in der Politik forderte und die Fed dafür kritisierte, ihre Prognosen zu lange beizubehalten.
Die Aufmerksamkeit bleibt jedoch fest auf den Entwicklungen zwischen den USA und Iran vor der Frist für den Waffenstillstand am Mittwoch gerichtet. In einem Interview mit CNBC bekräftigte US-Präsident Donald Trump, dass er nicht beabsichtige, den aktuellen Waffenstillstand zu verlängern, und erklärte, dass die USA sich in einer „sehr starken Verhandlungsposition“ befinden und „militärisch bereit“ seien, falls die Gespräche scheitern, was das Risiko einer erneuten Eskalation hervorhebt.
Die Aussichten für eine zweite Runde der Friedensgespräche, die in Pakistan erwartet wird, bleiben nach der Eskalation am Wochenende in der Straße von Hormus ungewiss, was die Erwartungen dämpft, dass die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, da Iran seine Teilnahme noch nicht bestätigt hat.