USD/CAD bleibt am siebten Tag in Folge gedämpft und handelt während der asiatischen Handelszeit am Dienstag um 1,3640. Das Paar könnte weiter unter Druck geraten, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) durch höhere Ölpreise Unterstützung erhalten könnte, angesichts der Tatsache, dass Kanada der größte Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten (US) ist.
Der West Texas Intermediate (WTI)-Ölpreis weitet seine Gewinne am zweiten Tag in Folge aus und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 86,10 USD pro Barrel. Die Rohölpreise gewinnen aufgrund steigender Angebotssorgen, die durch die anhaltende Unsicherheit bei den Waffenstillstandsgesprächen zwischen den USA und dem Iran getrieben werden. Berichten zufolge wird der Iran jedoch eine Delegation nach Islamabad entsenden, um vor Ablauf des aktuellen zweiwöchigen Waffenstillstands eine zweite Verhandlungsrunde mit den USA zu führen.
Die Abwärtsbewegung des USD/CAD-Paares könnte begrenzt sein, da der US-Dollar (USD) angesichts der geopolitischen Unsicherheit und der steigenden Nachfrage nach sicheren Häfen Unterstützung erhält. US-Präsident Donald Trump hat widersprüchliche Signale bezüglich des weiteren Verlaufs des Krieges mit dem Iran gesendet und erklärt, dass er es nicht eilig habe, den Konflikt zu beenden. Gleichzeitig äußerte Trump Optimismus, dass bald eine neue Verhandlungsrunde mit Teheran in Pakistan stattfinden könnte, obwohl der aktuelle 14-tägige Waffenstillstand am Mittwoch ausläuft.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte am Dienstag, dass der Iran sich nicht auf Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten (US) einlassen werde, solange er Bedrohungen ausgesetzt sei, so Berichte. Unterdessen betonte der iranische Außenminister Abbas Araghchi, dass das, was er als „fortgesetzte Verletzungen des Waffenstillstands“ durch die USA bezeichnete, ein erhebliches Hindernis für den Fortschritt des diplomatischen Prozesses darstelle.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.