Das Paar EUR/USD handelt im frühen asiatischen Handel am Dienstag mit leichten Verlusten nahe 1,1785. Die Händler verarbeiten weiterhin die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten vor dem Ablauf des 14-tägigen Waffenstillstands. Die ZEW-Umfrage aus Deutschland und der Eurozone steht später am Dienstag an. Auf dem US-Wirtschaftskalender wird der Einzelhandelsumsatzbericht für März veröffentlicht.
US-Präsident Donald Trump hat gemischte Signale zum weiteren Vorgehen im Krieg gegen den Iran gesendet und erklärt, dass er es nicht eilig habe, den Konflikt zu beenden. Trump äußerte zudem Optimismus, dass eine neue Verhandlungsrunde mit Teheran bald in Pakistan stattfinden wird, da der 14-tägige Waffenstillstand am Mittwoch ausläuft.
Am Dienstag sagte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf laut dem Guardian, dass der Iran keine Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten (US) unter Bedrohung akzeptieren werde. Unterdessen erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghchi, dass "fortgesetzte Verstöße gegen den Waffenstillstand" durch die USA ein großes Hindernis für die Fortsetzung des diplomatischen Prozesses darstellen.
Die Unsicherheit rund um die Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und dem Iran könnte eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) stärken und dem Hauptwährungspaar Gegenwind verleihen.
Die Funktionäre der Europäischen Zentralbank (EZB) tendieren dazu, die Zinssätze auf der April-Sitzung unverändert zu lassen. Während auf der April-Sitzung eine Beibehaltung erwartet wird, rechnen Barclays-Analysten damit, dass der Fokus auf mögliche Zinserhöhungen um 25 Basispunkte (bps) im Juni und September zur Bekämpfung eines energiegetriebenen Inflationsanstiegs verlagert wird.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.