AUD/JPY setzt seine Gewinnserie zum vierten Mal in Folge fort und notiert während der europäischen Handelszeit am Donnerstag bei rund 111,70. Das Währungspaar gewinnt, da der japanische Yen (JPY) schwächer wird, während die Ölpreise angesichts der anhaltenden Unsicherheit bezüglich des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran wieder steigen. Es ist erwähnenswert, dass Japan weiterhin sehr empfindlich auf die Dynamik der Ölversorgung aus dem Nahen Osten reagiert.
Der JPY steht auch unter Druck, da die Märkte laut Sho Suzuki, Marktanalyst bei Matsui Securities, zunehmend erwarten, dass die Fiskalpolitik expansiver wird, falls sich die Lage im Nahen Osten verlängert.
Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, erklärte, dass die kurz- und mittelfristigen Zinssätze weiterhin klar negativ seien und die lockeren finanziellen Bedingungen einen moderaten Anstieg der Investitionsausgaben unterstützen, berichtete Reuters.
Der Aufwärtstrend im AUD/JPY könnte jedoch begrenzt sein, da der Australische Dollar (AUD) angesichts nachlassender Hoffnungen auf einen US-Iran-Waffenstillstand kämpft. Berichten zufolge fehlt dem 10-Punkte-Rahmenwerk noch die volle Zustimmung beider Seiten, was das Abkommen fragil und unvollständig lässt.
Der Konflikt im Nahen Osten, der sich nun im zweiten Monat befindet, hat die Energiepreise steigen lassen und die Inflationsrisiken erhöht, was die Erwartungen verstärkt, dass die globalen Zentralbanken eine restriktivere Politik länger aufrechterhalten könnten.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat die Zinsen bereits um 50 Basispunkte auf 4,10 % angehoben, um auf die anhaltend hohe Inflation zu reagieren. Die Märkte rechnen nun mit einer weiteren Zinserhöhung im Mai, wobei die Zinsen bis zum Jahresende voraussichtlich 4,61 % erreichen werden.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.