Silber (XAG/USD) handelt am Montag in einer engen Spanne, da geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Märkte nervös machen, während Händler es vermeiden, aggressive direktionale Wetten angesichts widersprüchlicher Schlagzeilen zu den Bemühungen um ein Ende des US-Iran-Kriegs einzugehen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAG/USD bei rund 73 USD, wobei eine moderate Schwäche des US-Dollars den Abwärtsdruck abfedert. Die Aufwärtsbewegung bleibt jedoch begrenzt, da steigende Ölpreise Inflationssorgen schüren und die Erwartungen bestärken, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze länger hoch halten wird.
Am Montag stieg der Optimismus zunächst nach Berichten von Axios, wonach die USA und der Iran zusammen mit regionalen Vermittlern über einen möglichen 45-tägigen Waffenstillstand diskutieren.
Dieser Optimismus erwies sich jedoch als kurzlebig, nachdem IRNA berichtete, dass der Iran einen über Pakistan übermittelten Waffenstillstandsvorschlag abgelehnt und eine 10-Punkte-Antwort eingereicht habe. Der Vorschlag soll Forderungen wie ein Ende der Konflikte in der Region und einen Rahmen für die sichere Passage durch die Straße von Hormus enthalten.
Ein bedeutender Durchbruch ist nicht erzielt worden, wobei die Aufmerksamkeit nun auf die von US-Präsident Donald Trump gesetzte Frist am Dienstag um 20:00 Uhr Eastern Time gerichtet ist. Trump hat mit Angriffen auf Irans Energie- und zivile Infrastruktur gedroht, falls die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet wird.

Aus technischer Sicht behält XAG/USD eine bärisch-neutrale Perspektive bei, mit wiederholten Abweisungen nahe dem 100-Tage Simple Moving Average (SMA) und einem Kurs, der deutlich unter dem 50-Tage-SMA liegt.
Der erste Widerstand wird am 100-Tage-SMA bei rund 75,84 USD gesehen, und eine nachhaltige Bewegung über dieses Niveau könnte den Weg zum 50-Tage-SMA bei rund 82,35 USD ebnen. Darüber hinaus stellt das Februar-Hoch bei etwa 96,62 USD die nächste bedeutende Aufwärtsbarriere dar.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung in der Zone zwischen 70 und 68 USD, gefolgt vom März-Tief bei rund 61,01 USD, das eng mit dem 200-Tage-SMA bei 59,24 USD zusammenfällt.
Der Relative Strength Index (RSI) bei 43 weist auf anhaltenden, aber nicht extremen Verkaufsdruck hin. Unterdessen ist der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator leicht positiv geworden, bleibt jedoch nahe der Nulllinie, was darauf hindeutet, dass das Abwärtsmomentum nachlässt, aber noch nicht vollständig umgekehrt ist.
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.