Das Paar USD/CHF steigt im frühen europäischen Handel am Donnerstag auf etwa 0,7985. Der Greenback stärkt sich gegenüber dem Schweizer Franken (CHF) nach einer Ansprache von US-Präsident Donald Trump an die Nation. Die Händler werden die Schweizer Verbraucherpreisindex-Daten (VPI) für März im Auge behalten, die später am Donnerstag erwartet werden.
Trump sagte während einer im Fernsehen übertragenen Rede aus dem Weißen Haus am Donnerstag, dass seine Kernziele im Iran „kurz vor dem Abschluss“ stünden und er weitere zwei bis drei Wochen Engagement erwarte. Dennoch signalisierte er, dass die USA bereit seien, ihre militärische Reaktion in der verbleibenden Zeit zu intensivieren, und drohte, Iran „zurück in die Steinzeit“ zu bringen. Anhaltende Spannungen zwischen den USA und Iran könnten den US-Dollar (USD) kurzfristig stützen.
Das Schweizer Bundesamt für Statistik wird am Donnerstag seine Inflationsdaten veröffentlichen. Für den März wird erwartet, dass der monatliche und jährliche VPI einen Anstieg von 0,5 % zeigen. Die anhaltend niedrige Inflation hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu einer vorsichtigen Haltung veranlasst.
Die Händler werden ihre Aufmerksamkeit am Freitag auf die US-Arbeitsmarktdaten richten. Die Märkte erwarten, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) für März 60.000 Stellen ausweisen, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich stabil bei 4,4 % bleibt. Sollten die Berichte schwächere als erwartete Ergebnisse zeigen, könnte dies den USD gegenüber dem CHF unter Druck setzen.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.