Das Britische Pfund (GBP) handelt am Dienstag weitgehend unverändert gegenüber dem Japanischen Yen (JPY), da ein dünner Wirtschaftskalender die Preisbewegung dämpft, während die Aufmerksamkeit fest auf die Zinssatzentscheidungen der Bank of England (BoE) und der Bank of Japan (BoJ) am Donnerstag gerichtet ist. Zum Zeitpunkt des Schreibens handelt GBP/JPY bei etwa 212,15 und bleibt nahe dem Hoch des Vortages.
Auf makroökonomischer Ebene unterstützt die große Zinssatzdifferenz zwischen dem Vereinigten Königreich und Japan weiterhin eine Aufwärtsneigung bei GBP/JPY. Der jüngste Anstieg der Ölpreise, der durch Störungen in der Straße von Hormuz im Zuge des US-Iran-Kriegs verursacht wurde, verstärkt die Inflationssorgen und führt zu einer hawkischen Neubewertung der Zinserwartungen der BoE, was zusätzliche Unterstützung für das Währungspaar bietet.
Die BoJ sieht sich jedoch einem herausfordernden Umfeld gegenüber, da anhaltende Inflation eine weitere Straffung der Geldpolitik unterstützen könnte, während höhere Energiekosten das Wirtschaftswachstum Japans belasten könnten, da das Land ein großer Energieimporteur ist, was die Aussichten trübt.
Dennoch wird allgemein erwartet, dass beide Zentralbanken ihre Zinssätze bei den bevorstehenden Sitzungen unverändert lassen, wobei die Märkte wahrscheinlich auf die zukünftige Orientierung achten werden, um Hinweise darauf zu erhalten, wie die Entscheidungsträger die wirtschaftlichen Auswirkungen steigender Ölpreise einschätzen.

Aus technischer Sicht scheint GBP/JPY ein bärisches Flaggenmuster im Tageschart zu bilden. Das kurzfristige Bias bleibt jedoch aufwärts gerichtet, da das Paar komfortabel über den steigenden 100- und 200-Tage-Simple Moving Averages (SMAs) bleibt.
Der Relative Strength Index (RSI) bei 54 bleibt über seiner Mittellinie und deutet auf ein moderates bullisches Momentum hin. Die Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Linie bleibt über der Signallinie im positiven Bereich, mit einem weiterhin positiven Histogramm, das anhaltenden, wenn auch gemessenen Kaufdruck unterstützt.
Auf der Abwärtsseite könnte ein klarer Durchbruch unter die untere Grenze der Flagge nahe dem Bereich 211,00-210,50 den 100-Tage-SMA bei etwa 209,00 freilegen, gefolgt vom 200-Tage-SMA nahe 204,14. Auf der Oberseite wird der erste Widerstand nahe 213,00 gesehen, nahe der oberen Grenze der Flagge, wobei ein nachhaltiger Durchbruch die Tür zum Bereich 215,00, dem Hoch vom 4. Februar, öffnen könnte.
Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.
Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.
Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.
Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.