Der Australische Dollar (AUD) wird am Freitag gegenüber dem US-Dollar (USD) stabil gehandelt, während der Greenback frühere Gewinne umkehrt, trotz besser als erwarteter US-Erzeugerpreisindex (EPI)-Daten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird AUD/USD bei etwa 0,7112 gehandelt und ist auf dem Weg zu einer achten aufeinanderfolgenden Woche mit Gewinnen.
Der headline EPI stieg um 0,5% gegenüber dem Vormonat und übertraf die Prognose von 0,3%, während die Zahl für Dezember von 0,5% auf 0,4% nach unten revidiert wurde. Auf Jahresbasis stieg der EPI um 2,9%, über den Erwartungen von 2,6%, jedoch leicht unter dem vorherigen Wert von 3,0%.
Der Kern-EPI, der Nahrungsmittel und Energie ausschließt, kletterte um 0,8% gegenüber dem Vormonat, was deutlich über der Schätzung von 0,3% liegt und sich von dem revidierten Anstieg von 0,6% im Dezember beschleunigte. Auf Jahresbasis stieg die Kernproduzenteninflation von 3,3% auf 3,6%.
Die Daten untermauern, was die Beamten der Federal Reserve (Fed) in den letzten Wochen signalisiert haben, dass die Inflationsdrucke hartnäckig bleiben und der Fortschritt in Richtung des 2%-Ziels ungleichmäßig ist. Insbesondere die stärkeren Kernwerte unterstützen die Argumentation, die Geldpolitik länger restriktiv zu halten, auch wenn die Märkte weiterhin über den Zeitpunkt der Zinssenkungen debattieren.
Laut dem CME FedWatch Tool erwarten die Märkte allgemein, dass die Fed die Zinssätze bei den Sitzungen im März und April unverändert lässt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni ist gesunken, wobei Juli nun als der bevorzugte Zeitpunkt angesehen wird, an dem die Fed später in diesem Jahr mit der Lockerung beginnen könnte.
Die Verschiebung der Erwartungen an Zinssenkungen könnte helfen, tiefere Verluste im US-Dollar zu begrenzen. Eine bedeutende Erholung bleibt jedoch unwahrscheinlich, da die erneute Unsicherheit über die US-Handelspolitik weiterhin die allgemeine Marktstimmung belastet.
Abgesehen von der allgemeinen Schwäche des US-Dollars bleibt der Aussie gut unterstützt durch die hawkishen Erwartungen der Reserve Bank of Australia, da die Inflation über dem Zielbereich von 2-3% der RBA bleibt.
Während der Vorstand im März pausieren könnte, um die Auswirkungen der Zinserhöhung im Februar zu bewerten, erwarten die Märkte und große Banken wie CBA, Westpac, ANZ und NAB eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte bei der Sitzung im Mai, was den Geldsatz auf 4,10% anheben würde.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den TD-MI Inflationsindikator Australiens, der am Montag fällig ist. In den Vereinigten Staaten werden die Händler auch dem Veröffentlichungsdatum des Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe entgegenblicken.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.