USD/JPY handelt am Dienstag auf der Überholspur, da der japanische Yen nach Berichten, dass Japans Premierministerin Sanae Takaichi in einem Treffen mit Gouverneur Kazuo Ueda letzte Woche Vorsicht hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen der Bank of Japan (BoJ) signalisiert hat, allgemein schwächer wird. Das Paar hat jedoch Schwierigkeiten, die Gewinne auszubauen, da der US-Dollar (USD) von seinen Tageshöchstständen zurückgeht.
Bei Redaktionsschluss handelt USD/JPY bei etwa 155,70, nachdem es ein Tageshoch von 156,26 erreicht hat, was einem Anstieg von fast 0,64% entspricht.

Aus technischer Sicht deutet die Tages-Chart auf eine neutrale bis leicht bullische kurzfristige Perspektive hin. Die Preisbewegung ist wieder über den 100-Tage-SMA bei etwa 155,10 gestiegen, während der 50-Tage-SMA bei etwa 156,00 nun als unmittelbarer Widerstand fungiert und weitere Aufwärtsversuche begrenzt.
Momentum-Indikatoren zeigen erste Anzeichen einer Stabilisierung. Der Relative Strength Index (RSI) hat sich auf 53 erholt, nachdem er Anfang des Monats in den überverkauften Bereich vorgedrungen war, was auf ein verbessertes bullisches Momentum hinweist.
In der Zwischenzeit spiegelt der Average True Range (ATR) bei etwa 1,30 eine erhöhte, aber stabile Volatilität wider, die eine allmähliche Fortsetzung des Trends begünstigt, solange die zugrunde liegenden Unterstützungsniveaus gehalten werden.
Auf der Abwärtsseite wird die unmittelbare Unterstützung am 100-Tage-SMA bei etwa 155,10 gesehen. Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde die Region 154,00 als nächste wichtige Unterstützung freilegen.
Unter 154,00 wird die Zone 152,00 entscheidend, da eine entscheidende Bewegung unter diesem Bereich die aufkommende bullische Tendenz entkräften und den Fokus wieder auf eine tiefere Korrekturphase verschieben würde.
Auf der Oberseite könnte eine nachhaltige Bewegung über den 50-Tage-SMA die Tür zur Region 157,00-157,50 öffnen, wo die jüngsten Swing-Hochs den Aufwärtstrend begrenzen.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.