USD/CAD wird am Dienstag kaum verändert gehandelt, da ein fester US-Dollar (USD) den kanadischen Dollar (CAD) unter Druck hält. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels handelt das Paar bei etwa 1,3705, nachdem es ein Intraday-Hoch von etwa 1,3725 erreicht hat.
Der Greenback zeigt trotz anhaltender Unsicherheit über die US-Handelspolitik Anzeichen von Widerstandsfähigkeit, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA in der vergangenen Woche entschied, dass die Verwendung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) durch Präsident Donald Trump zur Verhängung umfassender Zölle rechtswidrig war.
Nach dem Urteil berief sich Präsident Trump auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 und kündigte einen vorübergehenden pauschalen Zoll von 10 % auf Importe aus allen Ländern an, der am Dienstag in Kraft tritt.
In der Zwischenzeit unterstützen auch die nachlassenden Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) in naher Zukunft den US-Dollar. Jüngste US-Wirtschaftsdaten zeigten ein langsameres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im vierten Quartal sowie feste Inflationswerte der persönlichen Konsumausgaben (PCE), was die Ansicht verstärkt, dass die Zentralbank in den kommenden Monaten die Zinsen unverändert lassen könnte.
Der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee, sagte am Dienstag, dass er optimistisch bleibt, dass es in diesem Jahr zusätzliche Zinssenkungen geben könnte, betonte jedoch, dass die Entscheidungsträger klarere Beweise benötigen, dass die Inflation wieder auf das Ziel von 2 % zusteuert.
Goolsbee fügte hinzu, dass "der Fortschritt bei der Inflation zum Stillstand gekommen ist" und dass es "nicht offensichtlich ist, dass die Fed-Politik überhaupt restriktiv ist." Er stellte auch fest, dass das Wirtschaftswachstum und der Arbeitsmarkt "nicht besonders fragil erscheinen."
Auf der Datenseite stieg der vierwöchige Durchschnitt der ADP-Beschäftigungsänderung auf 12,8K von zuvor 11,5K. Der Verbraucherindex des Conference Board der USA stieg auf 91,2, übertraf die Prognose von 87,1 und verbesserte sich gegenüber dem vorherigen Wert von 84,5, der auf 89 nach oben revidiert wurde.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Rede zur Lage der Nation von Präsident Donald Trump am Mittwoch, bei der die Anleger nach neuen Signalen zur Handelspolitik suchen werden.
In Kanada bleibt der wirtschaftliche Kalender in naher Zukunft praktisch leer, sodass sich die Händler auf die bevorstehenden annualisierten BIP-Daten für das vierte Quartal konzentrieren, die am Freitag fällig sind.
Die Bank of Canada (BoC) wird allgemein erwartet, die Zinssätze bis 2026 unverändert zu lassen. Allerdings haben die Beamten anerkannt, dass die Unsicherheit weiterhin hoch bleibt, da die Handelskonflikte mit den USA die Stimmung belasten.
Die Entscheidungsträger haben betont, dass die Risiken genau überwacht werden und dass die Zentralbank bereit ist, die Politik anzupassen, wenn sich die Aussichten ändern.
Die Händler beobachten auch die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran genau, die frische Volatilität in die Ölmärkte gebracht haben. Angesichts Kanadas Status als großer Rohölexporteur bleiben Schwankungen der Ölpreise ein wichtiger Treiber für den Loonie.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert WTI-Rohöl bei etwa 65,80 USD, was einem Rückgang von etwa 0,90 % im Tagesverlauf entspricht, und sich von seinem höchsten Stand seit August 2025 zurückzieht.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.