EUR/CAD setzt seine Verlustserie am sechsten Tag in Folge fort und notiert während der europäischen Handelszeiten am Mittwoch um 1,6040. Das Währungspaar bleibt gedämpft, da der Kanadische Dollar (CAD) von einer stärkeren Risk-on-Stimmung profitiert, nachdem US-Präsident Donald Trump den Waffenstillstand trotz des Scheiterns der zweiten Runde der US-Iran-Gespräche verlängert hat.
Darüber hinaus wird der rohstoffgebundene CAD durch festere Ölpreise gestützt, nachdem es zu erneuten Angriffen auf die Schifffahrt in der Nähe Irans gekommen ist. Die Seeaufsichtsbehörden berichteten, dass ein unter liberianischer Flagge fahrendes Containerschiff von einem mit der Islamischen Revolutionsgarde Irans (IRGC) verbundenen Patrouillenboot beschossen wurde, während zwei weitere ausgehende Frachtschiffe ebenfalls ins Visier genommen wurden.
Ein Bloomberg-Bericht unter Berufung auf die mit der IRGC verbundene Tasnim News Agency stellte jedoch fest, dass Iran ein „gewisses Zeichen“ erhalten habe, dass die Vereinigten Staaten (US) bereit sein könnten, ihre maritime Blockade zu lockern.
Der Kanadische Dollar könnte weiter zulegen, da steigende Energiepreise die Devisenzuflüsse in das kanadische Finanzsystem erhöhen könnten, was den Status des Landes als größter Rohölexporteur in die Vereinigten Staaten widerspiegelt. Höhere Energiekosten könnten zudem die Inflation anheizen, was die Bank of Canada (BoC) dazu veranlassen könnte, eine feste Haltung gegenüber anhaltendem Preisdruck zu signalisieren und damit die Währung weiter zu stützen.
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, warnte, dass die Aussichten für die Eurozone aufgrund eines erheblichen Energieschocks im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten und der Blockade der Straße von Hormus hochgradig unsicher bleiben. Obwohl die Energiepreise noch nicht die schlimmsten Szenarien erreicht haben, betonte sie, dass die Aussichten fragil bleiben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.