Strategen von TD Securities sehen in einem möglichen Aufstieg von Kevin Warsh an die Spitze der US-Notenbank sowie in damit verbundenen Fragen zur Unabhängigkeit der Fed überwiegend Belastungsfaktoren für den Dollar im Jahr 2026. In mehreren Szenarien analysieren sie die Reaktionen am Devisenmarkt und kommen zu dem Ergebnis, dass insbesondere politisch geprägte Entwicklungen rund um Miran das größte Abwärtspotenzial für die US-Währung bergen könnten. Eine Fortsetzung des Kurses unter dem amtierenden Fed-Chef Jerome Powell würde den Dollar dagegen moderat stützen.
„Die Reaktionen an den Devisenmärkten hängen in den verschiedenen Szenarien von zwei Faktoren ab: (1) den Erwartungen an den künftigen geldpolitischen Kurs und (2) dem Ausmaß, in dem Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed zusätzliche Risikoprämien erzeugen. Während der geldpolitische Ausblick weiterhin vor allem von den tatsächlichen Wachstums- und Inflationsdaten bestimmt wird, ist es der zweite Kanal – Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit –, der die Entwicklung der Währungen zwischen den Szenarien unterscheidet. Die Mehrheit der möglichen Entwicklungen deutet auf eine eher negative Reaktion des Dollars hin, was auch unsere negative Einschätzung für die US-Währung im Jahr 2026 stützt.“
„Die Marktreaktion hängt von den geldpolitischen Erwartungen und den Risiken für die Unabhängigkeit der Fed ab; die meisten Szenarien unter einer Führung durch Warsh deuten auf einen moderat schwächeren Dollar hin, wobei ein von Miran geprägter Übergang und ein politisiertes Ergebnis das größte Abwärtsrisiko darstellen.“
„In den Szenarien 1 und 3, in denen Warsh den Vorsitz übernimmt, würde eine moderate Versteilerung der US-Zinskurve zu einem entsprechend schwächeren Dollar führen. In diesen Fällen dürften mögliche organisatorische Änderungen im Offenmarktausschuss unter der neuen Führung sowie anhaltende Zweifel an der wahrgenommenen Unabhängigkeit des Vorsitzenden im Vergleich zu Powell die US-Währung belasten. Demgegenüber würde Szenario 2a, das den Status quo beibehält, voraussichtlich zu einer Abflachung der Zinskurve führen und den Dollar moderat stützen.“
„Szenario 2b stellt das politischste Ergebnis dar und dürfte die Glaubwürdigkeit der Fed als unabhängige und unpolitische Institution in gewissem Maße untergraben. Gleichzeitig würde mit Miran ein stärker auf Lockerung ausgerichteter Kandidat in den Wettbewerb um den Vorsitz eintreten. In diesem Fall erwarten wir das größte Abwärtspotenzial für den Dollar.“