Gold (XAU/USD) gibt am Freitag nach und verringert frühere Gewinne, da ein insgesamt stärkerer US-Dollar (USD) und steigende US-Staatsanleihenrenditen weiterhin auf das zinslose Metall drücken. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird XAU/USD bei etwa 5.089 USD gehandelt, nachdem es während der asiatischen Handelszeit ein Tageshoch von etwa 5.143 USD erreicht hatte.
Das gelbe Metall bleibt auf Kurs für den ersten wöchentlichen Verlust in fünf Wochen, obwohl der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran keine Anzeichen einer Deeskalation zeigt und die geopolitischen Risiken hoch bleiben.
Der Krieg ist in seinen siebten Tag eingetreten, während die US-israelischen Streitkräfte die Luftangriffe auf Teheran intensivieren. Gleichzeitig führt der Iran weiterhin Vergeltungsangriffe mit Raketen und Drohnen gegen US-Militärbasen im Golf durch.
Dennoch hat Gold Schwierigkeiten, sichere Zuflüsse anzuziehen, da die Anleger zunehmend auf die potenziellen wirtschaftlichen Folgen achten, während die steigenden Ölpreise globale Inflationssorgen schüren. Katars Energieminister Saad al-Kaabi hat gewarnt, dass ein Stopp der Energieexporte aus dem Golf die Rohölpreise auf bis zu 150 USD pro Barrel treiben könnte.
Dies hat die Händler veranlasst, ihre Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) zurückzuschrauben, was dem US-Dollar und den Staatsanleihenrenditen Unterstützung bietet und die Opportunitätskosten für das Halten des zinslosen Metalls erhöht.
Die Märkte preisen nun ungefähr eine 30%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte (bps) im Juni ein, ein Rückgang von mehr als 40% in der Vorwoche, so das CME FedWatch Tool. In der Zwischenzeit stellte die Deutsche Bank fest, dass die insgesamt für 2026 eingepreisten Lockerungen bis Dezember auf etwa 40 bps gesunken sind, das niedrigste Niveau in diesem Jahr.
In die Zukunft blickend, richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte auf den US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht, der um 13:30 GMT veröffentlicht wird. Ein stärker als erwarteter Wert könnte die Erwartungen verstärken, dass die Fed die Zinssätze länger hoch halten wird. Ökonomen erwarten, dass die US-Wirtschaft im Februar 59.000 Arbeitsplätze hinzufügt, nach einem überraschenden Anstieg von 130.000 im Januar.
Der US-Wirtschaftskalender wird auch den Einzelhandelsbericht und Reden mehrerer Fed-Beamter umfassen, die weitere Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung geben könnten.

Auf dem 4-Stunden-Chart bleibt die kurzfristige Tendenz leicht bärisch, da der Preis unter den 50-periodischen Simple Moving Average (SMA) und marginal unter den flacheren 100-periodischen SMA rutscht, was auf nachlassendes Aufwärtsmomentum hinweist, nachdem Verkäufer in der Nähe des 5.400 USD-Bereichs zu Beginn dieser Woche eingestiegen sind.
Der Relative Strength Index (RSI) ist in die niedrigen 40er zurückgefallen, was mit einem korrigierenden Abwärtsmomentum übereinstimmt, anstatt mit einer klaren Überverkaufsbedingung, und der steigende Average Directional Index (ADX) in der Nähe der hohen 20er deutet darauf hin, dass der aktuelle Rückgang innerhalb eines sich entwickelnden Trendumfelds stattfindet und nicht in einem statischen Bereich.
Auf der Oberseite entsteht unmittelbarer Widerstand in der Nähe des 50-periodischen SMA bei etwa 5.200 USD, wobei ein nachhaltiger Durchbruch über diese Barriere erforderlich ist, um das bullische Momentum wiederzubeleben.
Auf der Unterseite dient die psychologische Marke von 5.000 USD als unmittelbare Unterstützung. Ein entscheidender Durchbruch unter dieses Niveau könnte den Verkaufsdruck verstärken und die nächsten Abwärtsziele in der Nähe von 4.850 USD, gefolgt von 4.650 USD und 4.400 USD, freilegen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.