USD/CAD gibt am Dienstag leicht nach, wobei der Kanadische Dollar (CAD) Unterstützung durch einen schwächeren US-Dollar (USD) erhält, während Händler zudem die jüngsten gegenseitigen Zollmaßnahmen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Kanada bewerten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert das Paar bei rund 1,3834, nachdem es von einem Intraday-Hoch bei 1,3867 zurückgefallen ist.
Am Dienstag kündigte Kanada Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 27,6 Mrd. C$ an. Die Abgaben, die zwischen 15% und 50% liegen, gelten ab dem 8. September für rund 700 Produkte. Der Schritt folgt auf die Entscheidung der Vereinigten Staaten, Zölle von 50% auf kanadische Importe im ähnlichen Wert zu verhängen, nachdem die Handelsverhandlungen zwischen den beiden Ländern gescheitert waren.
Der kurzfristige Ausblick spricht für den Loonie, da der Greenback nach der Rückkehr der USD-Entwertungs-Erzählung Schwierigkeiten hat, Käufer anzuziehen. Die Sorgen flammten erneut auf, nachdem das US-Finanzministerium vergangene Woche angekündigt hatte, die Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen auszuweiten. Auch das technische Setup deutet darauf hin, dass die Risiken für USD/CAD nach unten gerichtet sind.

Auf dem Tages-Chart notiert USD/CAD unter einer Reihe wichtiger Widerstandsniveaus. Der 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 1,3843 stellt die erste Barriere dar, gefolgt vom 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,3887 und dem 100-Tage-SMA bei 1,3914. Weiter oben bilden das 38,2%-Retracement bei 1,3971, der 50-Tage-SMA bei 1,4057 und das 23,6%-Retracement bei 1,4075 eine breitere Widerstandszone.
Der Relative Strength Index (RSI) nahe 37 und der negative Moving Average Convergence Divergence (MACD) deuten darauf hin, dass Erholungsversuche auf Verkäufer treffen könnten. Unterdessen weist der Average Directional Index (ADX) bei 35 auf einen starken zugrunde liegenden Trend hin und untermauert damit den bärischen Ausblick.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 61,8%-Fibonacci-Retracement nahe 1,3803. Ein Bruch unter dieses Niveau würde das 78,6%-Retracement bei 1,3684 freilegen, gefolgt vom 100,0%-Retracement um 1,3531.
Nur ein täglicher Schlusskurs wieder über dem 200-Tage-SMA bei 1,3843, gefolgt vom 50,0%-Retracement bei 1,3887, würde die unmittelbare bärische Tendenz allmählich abschwächen und den Weg für eine Korrekturerholung in Richtung der mittleren 1,39er-Marke öffnen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.