Das USD/JPY-Paar schwankt während der asiatischen Sitzung am Mittwoch in einer engen Spanne und handelt derzeit im Bereich von 159,30, knapp unter dem am Vortag erreichten Mehrwochenhoch. Die Kassapreise bleiben jedoch in der bekannten Handelsspanne der letzten etwa vier Wochen gefangen, was vor aggressiven Richtungswetten zur Vorsicht mahnt.
Der japanische Yen (JPY) setzt seine relative Underperformance vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Sorgen fort, die sich aus dem Risiko für die Energieversorgung durch anhaltende Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus ergeben. Tatsächlich bekräftigte US-Präsident Donald Trump am Dienstag, dass die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine fortgesetzt wird. Als Reaktion darauf erklärte das iranische Militär, dass die strategische Wasserstraße nicht wieder geöffnet wird, solange die Marineblockade andauert.
Darüber hinaus erweist sich die zunehmende Akzeptanz, dass die Bank of Japan (BoJ) bei ihrer bevorstehenden Sitzung im April die Zinssätze unverändert lässt, als weiterer Faktor, der den JPY schwächt und das USD/JPY-Paar stützt. Reuters berichtete am Dienstag unter Berufung auf Quellen, dass die BoJ voraussichtlich ihre Bereitschaft signalisieren wird, die Kreditkosten angesichts steigender Inflationsdrucke bereits im Juni anzuheben. Zudem helfen Interventionserwartungen, die Verluste des JPY zu begrenzen.
Der US-Dollar (USD) steht hingegen unter Druck durch den Optimismus, der auf Trumps Ankündigung einer unbefristeten Verlängerung des Waffenstillstands mit Iran folgte, wenige Stunden bevor dieser auslaufen sollte. Außerdem mildert ein moderater Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen, was zusammen mit sinkenden Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) etwas Druck auf den USD ausübt und dazu beiträgt, das USD/JPY-Paar zu deckeln.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.