EUR/GBP verzeichnet moderate Gewinne über 0,8700 trotz schwacher deutscher Industrieproduktionsdaten

Quelle Fxstreet
  • EUR/GBP notiert mit leichten Gewinnen um 0,8710 in der frühen europäischen Sitzung am Donnerstag. 
  • Die deutsche Industrieproduktion fiel im Februar unerwartet. 
  • Wetten auf Zinserhöhungen der BoE kühlen ab, da sich die Stimmung der Händler neu ausrichtet. 

Das Währungspaar EUR/GBP verzeichnet in den frühen europäischen Handelsstunden am Donnerstag moderate Gewinne nahe 0,8710. Der Euro (EUR) bleibt trotz des enttäuschenden Berichts zur deutschen Industrieproduktion fest. Die Aufmerksamkeit wird sich auf die Inflationsdaten des deutschen harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) richten, die am Freitag veröffentlicht werden.

Die deutsche Industrieproduktion ist im Februar unerwartet um 0,3 % im Monatsvergleich gesunken, berichtete Destatis am Donnerstag. Dieser Wert folgte auf 0 % im Januar (revidiert von -0,5 %) und lag unter der Erwartung eines Anstiegs um 0,9 %. Im Jahresvergleich lag die deutsche Industrieproduktion im gleichen Zeitraum bei 0 %, nach einem revidierten Rückgang von 0,9 % im Januar. 

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen hawkischen Ton angeschlagen, wobei die Entscheidungsträger auf eine mögliche weitere Straffung hinweisen, falls der Preisdruck anhält. Dies könnte dem EUR gegenüber dem GBP Unterstützung bieten. Die Händler haben ihre Wetten erhöht, wobei die Märkte laut Reuters nun zwei Zinserhöhungen vollständig eingepreist haben und die Wahrscheinlichkeit einer dritten Erhöhung bis Dezember bei über 50 % liegt. 

Auf der britischen Seite haben die Händler ihre Erwartungen an aggressive Zinserhöhungen der Bank of England (BoE) nach Nachrichten über einen vorläufigen Waffenstillstand gedämpft. BoE-Gouverneur Andrew Bailey warnte die Händler, dass die Märkte möglicherweise "zu weit voraus" seien, was die Einpreisung mehrerer Zinserhöhungen betrifft, und betonte, dass der aktuelle "richtige Weg darin besteht, abzuwarten."

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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