GBP/JPY erholt sich am Montag stark nach einem bärischen Gap-Down-Opening, da die erhöhte Volatilität den FX-Markt erfasst, nachdem es am Wochenende zu gemeinsamen US-israelischen Angriffen auf den Iran kam. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird das Währungspaar bei etwa 210,80 gehandelt und hat alle frühen Verluste wieder wettgemacht, nachdem es auf ein Tages-Tief von etwa 209,10 gefallen war.
Der japanische Yen (JPY) kann seine frühen Gewinne nicht halten, da Anleger in Zeiten globaler Spannungen den US-Dollar (USD) bevorzugen, während die Unsicherheit über den Straffungskurs der Bank of Japan (BoJ) den Yen gegenüber dem britischen Pfund (GBP) unter Druck hält.

Aus technischer Sicht wird die Perspektive für GBP/JPY konstruktiv, nachdem letzte Woche der Ausbruch aus einer zweiwöchigen Konsolidierungsrange zwischen 207,25 und 209,50 erfolgte.
Die Preisbewegung am Montag hat sich von der oberen Grenze dieser ehemaligen Range erholt, die eng mit dem 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 210,21 übereinstimmt, gemessen vom Swing-Tief bei 207,25 bis zum Hoch bei 215,00.
Unmittelbare Unterstützung wird bei 210,21 (23,6% Fibonacci) gesehen, gefolgt von 209,08 (38,2% Retracement). Eine nachhaltige Bewegung unter dieses Niveau könnte die Basis der Range nahe 207,25 freilegen.
Auf der Oberseite entsteht Widerstand bei 211,13 (50% Retracement), mit stärkeren Barrieren bei 212,04 (61,8% Fibonacci) und 213,34 (78,6% Retracement). Ein Durchbruch über diese Niveaus könnte den Weg zum Swing-Hoch von 215,00 wieder öffnen.
Momentum-Indikatoren deuten auf einen verbesserten bullischen Druck hin. Der Relative Strength Index (RSI) ist wieder über die 50-Marke gestiegen und liegt derzeit bei etwa 50,8, was auf eine Erholung des Kaufmomentums nach einer Konsolidierung im mittleren Bereich hinweist.
In der Zwischenzeit hat die MACD-Linie die Signallinie überschritten und sich in den positiven Bereich bewegt, wobei ein allmählich expandierendes Histogramm auf ein sich verstärkendes Aufwärtsmomentum hinweist.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.