Kartellprozess gegen Google: Experten prognostizieren dramatische Folgen

Autor: Investing.com
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Investing.com – Google befindet sich derzeit in einem äußerst wichtigen Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium (DOJ), bei dem es um kartellrechtliche Bedenken geht. Der Ausgang dieses Kampfes könnte nicht nur die Zukunft des Unternehmens, sondern auch die gesamte Technologiebranche nachhaltig beeinflussen.


Analystenmeinungen und mögliche Szenarien


Die Analysten von JMP Securities, Mizuho und  Barclays  (LON:BARC) haben verschiedene Szenarien und deren Folgen untersucht:


JMP Securities: Wettbewerb durch Auswahlbildschirm


Die Analysten von JMP Securities gehen davon aus, dass das DOJ Maßnahmen wie die Verpflichtung von OEMs (Original Equipment Manufacturers) und Browsern zur Präsentation eines Auswahlbildschirms für Standardsuchmaschinen ergreifen könnte. Diese Maßnahme würde Nutzern mehrere Optionen bieten, aus denen sie ihre bevorzugte Suchmaschine wählen können.


Trotz dieser möglichen Einschränkung zeigen sich die Analysten zuversichtlich, dass Google aufgrund seiner überlegenen Suchqualität einen beträchtlichen Marktanteil halten dürfte. "Wir würden davon ausgehen, dass OEMs und Browser verpflichtet sind, eine Liste mit Standardoptionen zu präsentieren", bemerken die Analysten von JMP Securities und schlagen vor, dass dies das wahrscheinlichste Ergebnis sei.


Mizuho: Zerschlagung unwahrscheinlich


Die Analysten von Mizuho halten eine Zerschlagung von Google für unwahrscheinlich, da die rechtlichen Hürden aufgrund historischer Präzedenzfälle – wie bei der Aufspaltung von AT&T (NYSE:T) im Jahr 1982 – sehr hoch sind. "Die Hürde für eine Zerschlagung ist ziemlich hoch," so die Analysten von Mizuho, die betonen, dass Googles Dominanz in der Suche nicht mit der vertikalen Kontrolle von AT&T vergleichbar sei.


Stattdessen erwarten die Analysten eine Abhilfe ähnlich wie in früheren Fällen, z. B. durch einen Auswahlbildschirm für Suchmaschinen, wodurch Googles Marktposition erhalten bleiben sollte.


Barclays: Spektrum möglicher Auswirkungen


Die Analysten von Barclays skizzieren ein breites Spektrum möglicher Auswirkungen, von minimal bis erheblich. Sie warnen, dass Maßnahmen, die Googles Alphabet (NASDAQ:GOOGL) auferlegt werden könnten, das Bruttogewinnpotenzial des Unternehmens um bis zu 41 % reduzieren könnten, je nach Umfang der strukturellen oder verhaltensbezogenen Änderungen.


Die Analysten weisen darauf hin, dass die schwerwiegendsten Folgen möglicherweise die Abspaltung wichtiger Vermögenswerte wie Chrome oder Android oder drastische Einschränkungen der Such- und Werbemodelle betreffen könnten.


Potenzielle Auswirkungen auf andere Marktteilnehmer


Während JMP Securities feststellt, dass Google trotz möglicher Maßnahmen seine starke Position in den Bereichen KI und YouTube beibehalten könnte, warnen die Analysten, dass ein Verbot für Google, auf Standard-Suchplatzierungen zu bieten, die Marktdynamik wesentlich verändern könnte. Dies könnte Konkurrenten wie Microsoft (NASDAQ:MSFT) zugutekommen, während es Unternehmen wie Apple (NASDAQ:AAPL) und andere Partner, die von Googles Umsatzbeteiligungsvereinbarungen abhängig sind, schädigen könnte.


Fazit: Unsicherheiten bleiben bestehen


Das genaue Ergebnis bleibt derzeit ungewiss. Allerdings betonen die Investmentbanken, dass die Maßnahmen des DOJ erhebliche Anpassungen bei Google zur Folge haben könnten, mit potenziellen langfristigen Effekten auf Rentabilität und Marktstrategie.


Eines ist sicher: Der Rechtsstreit zwischen Google und dem DOJ hat das Potenzial, die Tech-Landschaft erheblich zu verändern. Investoren und Marktteilnehmer sollten wachsam bleiben und die politischen sowie rechtlichen Entwicklungen genau verfolgen, um auf zukünftige Veränderungen vorbereitet zu sein.

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