Nach Einschätzung von Sim Moh Siong von OCBC setzen steigende Ölpreise und ein robusterer wirtschaftspolitischer Ausblick in den USA die asiatischen Währungen unter Druck, insbesondere den südkoreanischen Won (KRW) und die indonesische Rupiah (IDR). Die Schwäche des Won wird trotz solider makroökonomischer Rahmenbedingungen vor allem auf Kapitalströme zurückgeführt. Die indonesische Notenbank (Bank Indonesia) hat ihren Leitzins bereits um 50 Basispunkte angehoben und dürfte ihn im weiteren Jahresverlauf nochmals um insgesamt 50 Basispunkte erhöhen. Das Risiko weiterer Zinsschritte nach oben sei erhöht, um den Druck auf die Landeswährung einzudämmen.
„Höhere Ölpreise und ein robusterer wirtschaftspolitischer Ausblick in den USA hielten den Druck auf die asiatischen Währungen in der vergangenen Woche aufrecht, angeführt von KRW und IDR. Die Schwäche des Won löste erneut verbale Interventionen aus, während die Bank Indonesia Berichten zufolge ihre Devisenmarktoperationen zur Stützung der Rupiah verstärkte.“
„Die Underperformance des Won scheint eher durch Kapitalströme als durch fundamentale Faktoren bedingt zu sein. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bleiben unterstützend.“
„Die Kursgewinne am Aktienmarkt konzentrierten sich jedoch auf wenige KI-bezogene Werte. Dies führte zu Umschichtungen und ausländischen Kapitalabflüssen aufgrund von Konzentrationsgrenzen. Dieser technische Belastungsfaktor könnte das Aufwärtspotenzial des Won kurzfristig begrenzen.“
„Trotz der Zinserhöhung um 50 Basispunkte auf 5,25 Prozent im Mai ist USD/IDR weiter gestiegen und kletterte in der vergangenen Woche über die Marke von 18.000. Unsere Volkswirte rechnen in diesem Jahr mit einer weiteren Straffung um insgesamt 50 Basispunkte, um Risiken für den Devisenmarkt einzudämmen. Die Risikobilanz deutet dabei eher auf zusätzliche Zinserhöhungen hin.“