Das Währungspaar AUD/JPY verzeichnet während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag moderate Gewinne nahe 112,90. Ein größer als erwarteter Handelsüberschuss Chinas bietet dem australischen Dollar (AUD) als China-Proxy Unterstützung. Die Märkte sind wegen möglicher Devisenmarktinterventionen der japanischen Behörden in höchster Alarmbereitschaft.
Chinas Handelsüberschuss stieg im Mai auf 105,43 Milliarden US-Dollar und weitete sich damit gegenüber 84,82 Milliarden US-Dollar im April aus, so die Generalzolldirektion am Dienstag. Die Exporte legten im Mai im Jahresvergleich um 19,4 % zu, nach 14,1 % im April, und übertrafen damit die erwarteten 15,0 %. Gleichzeitig stiegen die Importe im Mai um 27,4 % im Jahresvergleich, nach 25,3 % zuvor, und lagen über dem Marktkonsens von 25,0 %.
Die Exporte Chinas gewannen im Mai an Dynamik, da frühzeitige Vorzieheinkäufe aus dem Ausland zur Vorwegnahme der Energiepreise im Golfkrieg sich auf die Lieferungen auswirkten, während die robuste Nachfrage nach Halbleitern und KI-bezogener Hardware einen zusätzlichen Schub gab. Der Aussie steigt nach dem positiven Bericht zur chinesischen Handelsbilanz leicht an.
Dennoch könnte das Aufwärtspotenzial für das Währungspaar angesichts der Befürchtungen vor einer Währungsintervention durch die japanischen Behörden begrenzt sein. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama betonte am Dienstag, dass die Haltung unverändert sei und die Behörden auf entschlossene Maßnahmen vorbereitet sind.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.