Die Dow Jones-Futures geben um 0,02% leicht nach und notieren während der europäischen Handelszeit am Dienstag über 50.850, vor der regulären US-Eröffnung. Die S&P 500-Futures steigen hingegen um 0,21% auf knapp 7.430, und die Nasdaq 100-Futures legen um 0,51% zu und notieren zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts nahe 29.600.
Die US-Aktien-Futures werden nach einer divergenten Nachtsitzung an der Wall Street uneinheitlich gehandelt, wobei der Dow Jones Index um 0,16% nachgab, während eine von Technologie getriebene Erholung den S&P 500 um 0,3% und die Nasdaq um 0,9% steigen ließ. Diese Rally wurde vor allem von Chipherstellern angeführt, wobei Intel (+11,2%), Marvell Technology (+9,6%) und Nvidia (+1,7%) starke Gewinne verzeichneten.
Die breitere Marktstimmung bleibt jedoch aufgrund der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit im Nahen Osten vorsichtig. Obwohl das iranische Militär bestätigte, dass es Angriffe gegen Israel eingestellt hat, warnte der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu, dass der Krieg gegen den Iran und die Hisbollah „noch nicht beendet“ sei. Die Spannungen verschärfen sich zusätzlich durch eine deutliche Warnung des zentralen Militärkommandos Irans, wonach jede weitere israelische Aggression, insbesondere im Süden Libanons, „viel härtere und vernichtendere Maßnahmen“ auslösen würde.
Diese anhaltenden Spannungen, gepaart mit jüngst robusten US-Arbeitsmarktdaten, haben die Inflationsängste neu entfacht und die Erwartungen an die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) verschoben. Laut dem CME FedWatch Tool haben Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im Dezember auf 43% hochgeschraubt, nach 14% vor nur einem Monat, was die Anleger auf die am Mittwoch anstehenden Verbraucherpreisindex-Daten (CPI) und die am Donnerstag folgenden Erzeugerpreisindex-Daten (PPI) vorbereitet, um die nächste Fed-Entscheidung abzuschätzen.
Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.