Ripple (XRP) legt zum Wochenstart leicht zu und wird am Dienstag bei rund 1,15 US-Dollar gehandelt. Am Kryptomarkt kehrt die Risikobereitschaft allmählich zurück. Darauf deuten auch die Entwicklungen im Derivatehandel mit XRP hin, wo Privatanleger offenbar vorsichtig an den Markt zurückkehren.
Die Stimmung an den Finanzmärkten bleibt jedoch von Risikoaversion geprägt. Die meisten Kryptowährungen gaben nach einer kurzen Erholung am Wochenende wieder nach. Israel und Iran haben erstmals seit Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens vom 8. April erneut Angriffe ausgetauscht.
Trotz der Eskalation erklärte US-Präsident Donald Trump gegenüber der Financial Times, die Angriffe zwischen Israel und Iran änderten nichts an seinem Wunsch, die laufenden Friedensverhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.
Die Nachfrage nach risikoreicheren Anlagen bleibt unterdessen verhalten. Anleger sehen sich mit zunehmenden geopolitischen Spannungen und makroökonomischen Unsicherheiten konfrontiert. Dies zeigt auch der Krypto-Index „Fear & Greed“, der am Montag auf 8 Punkte und damit in den Bereich „Extreme Angst“ fiel. Am Vortag hatte der Wert noch bei 12 gelegen, im Mai bei 38.

Sollte sich die Stimmung in dieser Woche nicht verbessern, dürfte eine nachhaltige Erholung des XRP-Kurses schwer zu erreichen sein. Gleichzeitig zog die Nachfrage privater Anleger nach Derivaten am Montag leicht an. Das durchschnittliche Open Interest bei unbefristeten Futures stieg auf 2,44 Milliarden US-Dollar nach zuvor 2,28 Milliarden US-Dollar. Der moderate Anstieg deutet darauf hin, dass Marktteilnehmer wieder verstärkt Positionen in risikoreicheren Anlagen aufbauen.

Unterstützung kam zudem von börsengehandelten XRP-Spotfonds. Diese verzeichneten bis Freitag der vergangenen Woche Nettozuflüsse von 2,62 Millionen US-Dollar. Damit waren es bereits die fünfte Woche in Folge mit Kapitalzuflüssen. Die kumulierten Zuflüsse stiegen laut SoSoValue auf 1,43 Milliarden US-Dollar, während das verwaltete Nettovermögen 928 Millionen US-Dollar erreichte.

Mit einem Kurs von 1,15 US-Dollar bleibt XRP kurzfristig dennoch in einem übergeordneten Abwärtstrend. Der Token notiert weiterhin deutlich unter den exponentiell gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage. Die Widerstandszone reicht von der 50-Tage-Linie bei 1,33 US-Dollar über die 100-Tage-Linie bei 1,41 US-Dollar bis hin zur 200-Tage-Linie bei 1,63 US-Dollar. Damit trifft jede Erholung auf mehrere technische Hürden.
Zusätzlichen Gegenwind liefert ein negatives SuperTrend-Signal bei 1,26 US-Dollar. Auch die weiterhin intakte fallende Widerstandslinie, deren möglicher Ausbruchspunkt im Bereich von 1,52 US-Dollar liegt, spricht dafür, dass Kursanstiege vorerst auf Verkaufsinteresse treffen könnten.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich auf Tagesbasis mit rund 32 Punkten weiterhin nahe dem überverkauften Bereich. Gleichzeitig signalisiert das unter der Nulllinie liegende MACD-Histogramm anhaltenden Abwärtsdruck.
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Auf der Oberseite liegt der erste relevante Widerstand im Bereich des SuperTrend-Signals bei rund 1,26 US-Dollar. Darüber folgt eine stärkere Angebotszone zwischen der 50-Tage-Linie bei 1,33 US-Dollar und der 100-Tage-Linie bei 1,41 US-Dollar. Anschließend rückt die fallende Trendlinie im Bereich von 1,52 US-Dollar in den Fokus, gefolgt von der 200-Tage-Linie bei 1,63 US-Dollar. Erst ein Anstieg über diese Marken würde das derzeit negative Chartbild spürbar aufhellen. Setzt sich die Verkaufswelle fort, könnte XRP dagegen die Unterstützung bei 1,05 US-Dollar erneut testen und damit auch die wichtige Marke von 1,00 US-Dollar unter Druck setzen.