Das Paar USD/JPY handelt während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag im positiven Bereich um 160,20. Die Eskalation im Nahen Osten stärkt weiterhin den US-Dollar (USD) gegenüber dem japanischen Yen (JPY). Allerdings könnten Befürchtungen einer bevorstehenden Währungsintervention durch die japanischen Behörden den Aufwärtstrend des Paares begrenzen.
Die US-Wirtschaft verzeichnete im Mai den dritten Monat in Folge starke Stellenzuwächse, wobei die US Nonfarm Payrolls (NFP) im Mai um 172.000 stiegen, gegenüber einem Anstieg von 179.000 (revidiert von 115.000). Diese Zahl lag über den Markterwartungen von 85.000. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote im Mai mit 4,3 % unverändert und entsprach dem Marktkonsens.
Die Händler erhöhen ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) nach den positiven US-Arbeitsmarktdaten, was den Greenback stützt. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte nun eine 43%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im Dezember ein, gegenüber etwa 14% vor einem Monat.
Die japanischen Behörden haben deutliche verbale Warnungen ausgesprochen und erklärt, dass die Regierung voll vorbereitet sei, entschlossene und angemessene Maßnahmen zum Schutz der heimischen Währung zu ergreifen. Dies könnte den JPY stützen und Gegenwind für das Paar erzeugen. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama betonte am Dienstag, dass die Haltung unverändert sei und die Behörden auf entschlossene Maßnahmen vorbereitet sind.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.